Mit einer erfundenen Geschichte haben am Donnerstag Kinder an der Uhlandschule ihre Mitschüler, die Lehrer und die Polizei in Atem gehalten.

Kornwestheim - Mit einer erfundenen Geschichte haben am Donnerstag Kinder an der Uhlandschule ihre Mitschüler, die Lehrer und die Polizei in Atem gehalten. Dies berichtet heute unsere Lokalausgabe "Kornwestheimer Zeitung".

Nach der Erzählung der Schüler sollte in der Tiefgarage unter dem Marktplatz der Vater einer Mitschülerin mit vorgehaltener Waffe versucht haben, diese zu entführen. Das Mädchen habe aber entkommen können. Der Mann sollte zudem weitere Kinder mit der Waffe bedroht haben.

Eine Lehrerin, die von den Kindern über das angebliche Geschehen informiert worden war, alarmierte daraufhin die Polizei. Die Beamten rückten um 13.10 Uhr mit einem Großaufgebot aus, um Zeugen zu befragen und die Identität des betroffenen Mädchens herauszubekommen. Die Uhlandschule griff unterdessen zu ihrem Krisenplan: Per Lautsprecherdurchsage seien die Schüler in die Klassenzimmer gerufen worden, die sie nicht mehr verlassen durften, berichtete Konrektor Erich Fischer. Das Gebäude wurde verschlossen. Fischer selbst durchsuchte zusammen mit Polizeibeamten das Schulhaus, weil befürchtet wurde, der vermeintliche Täter könnte das Gebäude betreten haben. In einem flugs aufgesetzten Rundschreiben informierte er das Kollegium und bat um Verständnis, falls "Ihre Schüler in den nächsten Tagen etwas durch den Wind sind", wie es darin heißt.

Die Polizei nahm den Beschuldigten vorläufig fest, beendete den Alarm um 15.10 Uhr. Während der Vernehmungen habe sich aber bald herausgestellt, dass die Schüler die ganze Geschichte nur aufgebauscht hatten, berichtet Daniela Winterbacher, Sprecherin der Polizeidirektion Ludwigsburg. Das zeigte auch die Befragung der noch strafunmündigen Kinder durch Jugendsachbearbeiter. Am Ende blieb nur übrig, dass ein Mädchen ihrer Freundin erzählt habe, dass es glaube, den offenbar wegen eines Streits gefürchteten Vater in einem Auto gesehen zu haben. "Das wurde weitererzählt und mit immer schlimmeren Details ausgeschmückt", heißt es bei der Polizei, "wie bei einer stillen Post."

Einige Kinder strickten aus Versatzstücken des angeblichen Geschehens eine ausgewachsene Räuberpistole: Sie beschrieben sogar einen maskierten Mann, der in einem abgedunkelten Auto auf sie zugerast sein soll. Die Fantasie trieb immer größere Blüten. "Der Typ hätte ein Amokläufer sein können", sagte beispielsweise ein Junge, der selbst in die Tiefgarage gelaufen war und dort den Mann im Auto gesehen haben will.

Die angebliche Tat hatte in kürzester Zeit die Runde in der Umgebung der Uhlandschule gemacht - und für Angst und Schrecken bei vielen Schülern gesorgt. Während einige nach der Festnahme des vermeintlichen Täters wieder Unterricht bekamen, wurden andere nach Hause geschickt, um sich zu beruhigen.

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