Fall Maria H. Marias Begleiter zufällig gefasst

Von sie 

Jahrelang hing das Namensschild an Marias Zimmertür in der Wohnung der Mutter. Foto: dpa
Jahrelang hing das Namensschild an Marias Zimmertür in der Wohnung der Mutter. Foto: dpa

Die italienische Polizei gibt Details zur Verhaftung von Bernhard H. preis.

Freiburg - Die Freiburger Polizeidirektion wurde mittlerweile von ihren italienischen Kollegen über die Umstände der Festnahme von Bernhard H. informiert, der im Jahr 2013 gemeinsam mit dem 13-jährigen Mädchen Maria H. aus Freiburg in Osteuropa untergetaucht war. Der jetzt 58-jährige Elektriker aus Nordrhein-Westfalen hatte sich im Internet offenbar als junger Mann ausgegeben und das Vertrauen der Minderjährigen gewonnen. Erst am 31. August, nach fünf Jahren, kam Maria H. zurück nach Hause. Sie wurde in Mailand abgeholt, nach ihren Angaben hatte sie dort jahrelang allein gelebt.

Nur wenige Tage nach ihrer Rückkehr später, am 6. September, wurde ihr Begleiter, den sie bereits kurz nach der ersten Station ihrer Odyssee in Polen verlassen haben will, verhaftet, und zwar in Italien. Nach einer Mitteilung der italienischen Polizei wurde Bernhard H. in Sizilien festgenommen, als ein leer stehendes Haus durchsucht wurde. Bei der Kontrolle des Bewohners stellte sich heraus, dass es sich um den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Bernhard H. handelte. Er wird der Kindesentziehung und des sexuellen Missbrauchs verdächtigt. Bei dem Beschuldigten wurden ein Rucksack mit mehreren tausend Euro und mehrere Handys aufgefunden. Er befindet sich jetzt in Italien in Haft. Die Freiburger Staatsanwaltschaft bereitet einen Auslieferungsantrag vor. Erst dann wird Bernhard H. zu den Vorwürfen vernommen.

Ob und wann Maria H. im Lichte der neuen Entwicklungen erneut von der Freiburger Polizei befragt wird, ist nach Auskunft einer Sprecherin derzeit noch unklar. Die 18-Jährige kann dazu nicht gezwungen werden. Details ihrer ersten Aussagen am 5. September in Freiburg über ihre Aufenthaltsorte und die Art der Beziehung zu Bernhard H. gibt die Polizei nicht preis, solange die Ermittlungen andauern.

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