„Fake-News“ vor über 75 Jahren Ein Schwimmbad vor der Stuttgarter Oper?

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Wer planscht da im Anlagensee? Foto: Sammlung Wieczorek
Wer planscht da im Anlagensee? Foto: Sammlung Wieczorek

Der Stadt fehlen Badeplätze mitten im Zentrum. Ein altes Foto zeigt eine vergnügte Planschszene vor der Oper. Unser Stuttgart-Album klärt mit Hilfe der Leser auf, was wirklich war.

Stuttgart - Betreten verboten! Gusti Schäfer erinnert sich an die strengen Vorschriften ganz genau, die in ihrer Kindheit im Schlossgarten herrschten – exakt dort, wo jetzt das 27. Stuttgarter Sommerfest gefeiert wird.

Etwa fünf Jahre alt war sie, als das schöne Foto am heutigen Eckensee gemacht worden ist, auf dem sie eine Schleife im Haar trägt. Auf dem See befand sich damals ein Entenhaus. Mit dem linken Fuß berührt die Kommentatorin unseres „Stuttgart-Album“ den kleinen Eisenzaun, der anzeigen sollte, dass Menschen dahinter nichts verloren hatten.

Der heutige Eckensee war noch rund

„Dieses Metallgebilde war um jedes Rasenstück in den Anlagen angebracht“, schreibt Gusti Schäfer in unserem Facebook-Forum. An vielen Stellen prangten die Verbotsschilder. Der heutige Eckensee war damals noch rund. In alten Büchern und auf alten Postkarten wird er meist als „Anlagensee“ bezeichnet. Ein weiterer Name lautete Epaulettensee, weil dort die Offiziere der Armee zu spazieren pflegten. Eine Epaulette ist das Schulterstück einer Uniform.

Kann es wahr sein, dass man in den einst strengen Zeiten im Anlagensee sogar baden durfte? Gab’s da ein Schwimmbad?

„Hatten die Leute Spaß in Stuttgart?“

„Fake-News“, so zeigt die Karte mit der Rutsche und den planschenden Menschen vor der Oper, gab es schon vor mehr als 75 Jahren. Es war nur eine Spaßkarte, die verschickt worden ist. „Von der Rutschbahn wär’ die Landung ein bisschen hart gewesen“, ist in den Kommentaren zu lesen, „der See ist nur knöcheltief.“ Das falsche Foto überrascht Nico Barreis: „Kann das sein? Hatten die Leute echt mal Spaß in Stuttgart?“ Horst Kolb durchschaut den Schwindel: „Hier hat man das Killesberg-Höhenfreibad und die Schlossanlage kombiniert.“

Diskutieren Sie mit uns im Internet unter www.facebook.com/Album.Stuttgart. Die Bücher zu unsere Serie sind im Silberburg-Verlag erschienen.

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