In Stuttgart-Süd hat die AfD für ihren Stammtisch in der Dinkelacker-Brauereigaststätte geworben. Gefragt wurde der Wirt vorher jedoch nicht. Foto: AABS

Die AfD hat ohne Wissen des Wirtes öffentlich zum Stammtisch in der Dinkelacker-Brauereigaststätte geladen. Die Antifa hat die Nachricht verbreitet. Die Traditionsbrauerei erwägt dagegen rechtliche Schritte.

Stuttgart - Die Brauerei Dinkelacker erwägt, rechtlich gegen die Verbreitung einer Falschnachricht, wonach in ihrer Brauereigaststätte in der Tübinger Straße am 7. Mai ein AfD-Stammtisch stattfinden soll, vorzugehen. Das Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS), das dieses behauptet und die Gaststätte deswegen in einem offenen Brief im Internet angegriffen hatte, beruft sich in einer Erklärung auf AfD-Plakate, die am Generationenhaus Heslach und am Bihlplatz in Stuttgart-Süd in städtischen Schaukästen hängen. Nur: Weder bei der Dinkelacker-Brauereigaststätte noch bei der Brauerei selbst will man davon irgendwas gewusst haben.

In einer Krisensitzung am Freitag haben sich Wirt Filipe Ribas-Heredia und die Brauerei darauf verständigt, rechtliche Schritte zu prüfen. „Wir behalten uns vor, gerichtlich gegen die Verbreitung von solchen Falschinformationen vorzugehen“, sagt Dinkelacker-Marketingchef Stefan Seipel auf Anfrage. Er betont gleichzeitig, dass das Unternehmen Dinkelacker keine politische Haltung vertritt und auf keinen Fall „die Bühne für irgendwelche politischen Auseinandersetzungen“ sei.

AfD hat Falschnachricht offenbar selbst verursacht

Ähnliches erklärt auch Ribas-Heredia von der Dinkelacker-Brauereigaststätte: „Wir wollen in keinem Fall, dass unser Name von irgendwelchen Gruppen für politische Botschaften, Parolen oder Hetzjagden gegen andere genutzt wird.“ Auch lasse man sich von niemandem unter Druck setzen, der meint er könne den Pächtern vorschreiben, welche Gäste bedient werden.

Die Quelle der Falschnachricht ist jedoch offenbar die AfD selbst. Dass Dinkelacker im Spannungsfeld zwischen AfD und Antifa erwähnt wird, wurde durch einen Alleingang von AfD-Bezirksbeirat Ernst Udo Abzieher verursacht. „Da ich häufiger Gast in der Brauereigaststätte bin, dachte ich, das sei kein Problem, den Stammtisch auf Plakaten zu bewerben“, sagt er.

Kreisverband wusste nichts

Beim AfD-Kreisverband habe man laut Lothar Maier, dem stellverstretenden Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, von den Plakaten nichts gewusst. Das AABS hat die Information offenbar ungeprüft in sozialen Netzwerken verbreitet.

Das AABS seinerseits will sich jedoch kein Fehlverhalten vorwerfen lassen und verlangt „eine öffentliche Positionierung der Brauereigaststätte gegen rassistische Hetze und rechtspopulistische Umtriebe“ – ungeachtet dessen, dass es dort keine Reservierung für einen AfD-Stammtisch gab. Dass am 7. Mai trotz der Aussage auf den Plakaten kein Tisch für die Partei bestellt war, hat auch Bezirksbeirat Ernst Udo Abzieher gegenüber unserer Zeitung bestägigt.

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