Bei Gewinnspiel-Aufrufen ist Vorsicht geboten (Symbolbild). Foto:  

In den vergangenen Tagen verbreitete sich erneut ein gefälschtes Gewinnspiel-Posting auf Facebook und lockte damit tausende Nutzer zum Teilen, Liken und Kommentieren. Wer darauf hereinfiel, sah in die Röhre.

Stuttgart - Immer wieder verbreiten sich vermeintliche Gewinnspiele rasant auf Facebook. Diesmal verleiteten Betrüger mehr als 30.000 Nutzer mit der angeblichen Verlosung eines Campers von Mercedes-Benz im Wert von 59.950 Euro zum Teilen des Posts, woraufhin dieser in den Timelines viral ging und die Masche immer mehr Menschen erreichte. Denn hinter solchen Gewinnspiel-Posts steht meist kein Gewinn. So auch in diesem Fall – das Posting geisterte seit dem vergangenen Wochenende durchs Netz.

Wie kann man sich vor diesen Facebook-Fakes schützen?

„Im Netz ist Nutzern grundsätzlich zur Taten- und Datensparsamkeit zu raten“, sagt Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Er warnt vor einer leichtfertigen Preisgabe der Adresse oder sogar der Bankverbindung. Auch bei fadenscheinigen Bestellungsaufrufen sei ganz einfach Vorsicht geboten.

Die Experten von Mimikama, einem Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch, haben Faustregeln an der Hand, mit denen man sich vor Betrug schützen kann: Zunächst sollte sichergestellt werden, dass das Gewinnspiel von einer Seite betrieben wird, die von Facebook verifiziert ist. Dies ist an einem blauen Haken zu erkennen. Ferner kann auch überprüft werden, ob die Seite über eine Kontaktmöglichkeit oder ein Impressum verfügt. Ist beides nicht der Fall, sollte man von einer Gewinnspielteilnahme unbedingt Abstand nehmen und das Posting auch besser nicht verbreiten.

Aufschluss über die Echtheit des Aufrufs gibt auch ein genauer Blick auf die Pinnwand des Betreibers: Sind dort keine oder nur unglaubwürdige Beiträge verfasst, stellt dies die Seriosität der Seite und damit des Gewinnspiels in Frage. Wer Bedenken hat, kann sich mit Freunden oder der Facebook-Community über den Post austauschen und gegebenenfalls vor der Verbreitung warnen. Auch eine Google-Suche kann in diesen Fällen hilfreich sein.

Buttler alarmiert: „Sehen Sie genau hin und werden Sie bei unglaubwürdigen Angeboten und Inhalten gerne mal stutzig.“ So ist es beispielsweise fraglich, ob es kleineren Unternehmen überhaupt möglich ist, größere Geldsummen für Gewinnspiele zur Verfügung zu stellen. Andererseits sollten Verbraucher genauso hinterfragen, ob große Supermarktketten wie Lidl oder Rewe tausende Einkaufsgutscheine im Wert von 500 Euro über WhatsApp verlosen würden.

Was haben die Betreiber von solchen Fake-Gewinnspielen?

Die gute Nachricht ist: In der Regel sind Fake-Postings ungefährlich, da Betreiber sich meist entweder einen schlechten Scherz erlauben oder aber durch das Generieren von Likes und Kommentaren finanzielle Interessen verfolgen. Denn je mehr Likes eine Seite bekommt, desto besser lässt sie sich verkaufen. Auch lässt sich an die Teilnehmer des vermeintlichen Gewinnspiels Nutzer-orientierte Werbung schalten, an der die Betrüger mitverdienen.

Sicher ist, dass sich vor allem im Netz ein zweiter Blick lohnt.

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