Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler und Foto: Fatma Tetik

Der Stadtbezirk will bis zum kommenden Herbst das Fairtrade-Siegel ergattern.

Mühlhausen - Der Stadtbezirk Mühlhausen will nachhaltig für faire Bedingungen bei der Herstellung von Nahrungsmitteln und sonstigen Produkten einstehen: Am 25. Juni hat der Bezirksbeirat einstimmig beschlossen, dass Mühlhausen ein Fairtrade-Stadtbezirk werden soll. Zum Hintergrund: 2011 hat der Stuttgarter Gemeinderat beschlossen, dass die Stadt eine Fairtrade-Stadt werden soll. Dafür müssen zwei Drittel aller Stadtbezirke mit dem Siegel des Vereins Transfair ausgezeichnet werden.

„Die zwei Drittel hätte Stuttgart auch ohne Mühlhausen erreicht“, sagte Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler bei einer Infoveranstaltung am Dienstag im Palmschen Schloss. 13 der 23 Bezirke sind bereits zertifiziert. Mit der Auszeichnung von Obertürkheim, Untertürkheim und Hedelfingen, die kürzlich geschafft worden ist, wäre das Ziel erreicht, so Löffler. „Wir sind uns der Verantwortung bewusst und möchten nachhaltig etwas verändern“, meinte er. In Mühlhausen sei die Situation zwar aufgrund seiner Sozial- und Einzelhandelsstruktur schwierig, doch die Herausforderung wolle man annehmen. Bis Herbst will Mühlhausen als Fairtrade-Bezirk zertifiziert sein. Um das Siegel zu erhalten, müssen einige Kriterien erfüllt werden. Der erste Punkt ist ein formeller Beschluss. Den gibt es. Zweitens muss es im Rathaus fair gehandelten Kaffee und mindestens ein weiteres Produkt dieser Art geben. Auch das ist erledigt. Drittens muss eine lokale Steuerungsgruppe gegründet werden. Das ist in Arbeit. Das vierte Kriterium ist erfüllt, wenn mindestens sechs Einzelhandelsgeschäfte und drei Gaststätten jeweils mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. „Wir haben alle Einzelhändler und Gastronomen angeschrieben, bislang haben sich vier Einzelhändler gemeldet, die bereits fair gehandelte Produkte im Angebot haben“, berichtete Sina Sauter. Sie ist Ansprechpartnerin zum Thema Fairtrade in Mühlhausen. Ein überraschendes Feedback gab es seitens der Jugendhausgesellschaft: Diese will künftig Fairtrade-Kaffee anbieten.

Außerdem sollen in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Vereinen und Kirchen Fairtrade-Produkte angeboten werden. Eine Vorreiterfunktion zum Thema Nachhaltigkeit und fairer Handel hat die Jörg-Ratgeb-Schule. Seit fast 20 Jahren gibt es dort das Eine-Welt-Café mit fair gehandeltem Kaffee, Tee und Bananen. Bernd-Marcel Löffler war begeistert von so viel Engagement: „Gerade Jugendliche sind mit ihrer Wegwerfmentalität anfällig, keine fair gehandelten Produkte zu kaufen. Um diese Generation zu prägen, ist es wichtig, dass das Thema Fairtrade kein einmaliger, sondern ein dauerhafter Prozess ist.“

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