Damit Stuttgart-Nord zum Fairtrade-Bezirk werden kann, müssen sechs Läden und drei Gastronomiebetriebe mitmachen. Foto: dpa

Als einer der letzten Stadtbezirke Stuttgarts soll nun auch Stuttgart-Nord zum Fairtrade-Stadtbezirk werden. Das hat der Bezirksbeirat auf den Weg gebracht, und eine Steuerungsgruppe ist ebenfalls gebildet worden.

S-Nord - Zuletzt hatte es im Jahr 2013 den Versuch gegeben, den Stadtbezirk Nord zu einem Fairtrade-Stadtbezirk zu machen. Jetzt nimmt die Bezirksvorsteherin Sabine Mezger die Sache erneut in Angriff: „Es ist eine unendliche Geschichte, es hat viele Anläufe gegeben“, sagte sie im Bezirksbeirat am Montagabend.

Mittlerweile sind in Stuttgart 21 von 23 Stadtbezirken dem fairen Handel verschrieben – es fehlen lediglich zwei Innenstadtbezirke, Stuttgart-Süd und eben Stuttgart-Nord. Während es im Süden Schwierigkeiten gegeben hatte, die geforderte Anzahl an Gastronomen zu finden, die bereit waren, mitzumachen, hatte es laut Mezger im Norden – noch viel umfassender – an fehlenden Strukturen gelegen. „Aber jetzt ist die Ausgangssituation anders“, sagte sie, „wir haben viele neue Geschäfte an der Killesberghöhe, das macht die Hürde um einiges niedriger.“

Eine Steuerungsgruppe muss her

So beschloss das Gremium denn auch einstimmig, dass der Bezirk Nord als Fairtrade-Bezirk zertifiziert werden soll. Die Voraussetzungen dafür sind unter anderem, dass eine lokale Steuerungsgruppe gebildet werden muss. Auch hier hatte sich Sabine Mezger bereits Gedanken gemacht: Neben ihr selbst als Vertreterin der Stadtverwaltung sollen auch Vertreter des Handels, lokaler Einrichtungen und Vereine sowie des Bezirksbeirats in der Steuerungsgruppe aktiv sein. Die Bezirksvorsteherin will hier auf Birgit Greuter zugehen, die Centermanagerin der Killesberghöhe, und sie bitten, den Handel in der Steuerungsgruppe zu vertreten.

Als Vertreter lokaler Gruppen und Vereine schlug Sabine Mezger die evangelische und die katholische Kirchengemeinde im Bezirk Nord vor. Der Zufall wollte es, dass sowohl Jochen Maurer, geschäftsführender Pfarrer der evangelischen Nordgemeinde, und Michael Heil, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Georg, in der Bezirksbeiratssitzung anwesend waren. Und beide signalisierten mit einem Nicken die generelle Bereitschaft, mitzuwirken.

Aus den Reihen der Bezirksbeiräte erklärten sich anschließend Anna Kedziora (Freie Wähler), Suvi-Kristin Welt (Bündnis 90/Die Grünen) und Jürgen Klaffke (SÖS-Linke-Plus) bereit, Teil der Steuerungsgruppe zu werden.

Ein Laden und drei Gastronomien fehlen noch

Die Zertifizierung liegt beim Kölner Verein Transfair, der den fairen Handel fördern will. Um die ersehnte Auszeichnung zu bekommen, sind für Stuttgart-Nord sechs Läden und drei Gastronomiebetriebe nötig, die jeweils mindestens zwei fair gehandelte Produkte anbieten. Die Bezirksvorsteherin hat sich dazu bereits Gedanken gemacht: Abzüglich der Läden an der Killesberghöhe, welche Fairtrade-Produkte anbieten, „fehlen noch ein Handelsbetrieb und drei Gastronomiebetriebe“, so Sabine Mezger im Bezirksbeirat. Auch bei den Gastronomiebetrieben könne man bei denjenigen an der Killesberghöhe anfangen. „Der Arbeitsaufwand sollte sich also hoffentlich in Grenzen halten“, meinte Mezger. Es wird nun die Aufgabe der Steuerungsgruppe sein, die Läden und Gastronomen anzusprechen und für das Fairtrade-Projekt zu gewinnen. Ebenfalls noch benötigt werden eine Schule und ein Verein, die sich mit Projekten zum Thema Fairtrade beteiligen.

In Stuttgart war Degerloch 2011 der erste Stadtbezirk gewesen, der sich als Fairtrade-Bezirk qualifizierte. „Es wäre schön, wenn wir nicht die Letzten wären“, sagte die Bezirksvorsteherin Sabine Mezger zum Abschluss des Tagesordnungspunkts. Dann muss sich der Bezirk Nord allerdings sputen: in Stuttgart-Süd ist man schon ein paar Schritte weiter und will bald den Antrag zur Zertifizierung einreichen.

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