FSJlerin Nadin Steiner und Bezirksvorsteherin Evelyn Weis (v.l.) Foto: Sandra Hintermayr

Stuttgart-Möhringen ist für weitere zwei Jahre mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet worden. Der überarbeitete Einkaufsführer bietet eine Übersicht über Geschäfte und Gastronomiebetriebe, in denen es fair gehandelte Waren zu kaufen gibt.

Möhringen - Woher kommt mein Kaffee? Bekommen die Arbeiter in den Herkunftsländern einen fairen Lohn? Haben sie sichere und langfristige Arbeitsplätze? Wird der biologische Anbau gefördert? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich die Fairtrade-Kampagne. Sie möchte bei den Konsumenten das Bewusstsein für den fairen Handel stärken. Stuttgart beteiligt sich an der Kampagne und kann mehrere Fairtrade-Stadtbezirke nachweisen, darunter auch Vaihingen und Möhringen. Im Dezember wird Möhringen rezertifiziert. Seit 2012 hat der Bezirk das Siegel inne.

Aus diesem Anlass hat das Bezirksamt beziehungsweise die dort angesiedelte Steuerungsgruppe ihren Einkaufsführer aktualisiert. Dort sind die Geschäfte und Lokale gelistet, in denen es fair gehandelte Waren zu kaufen gibt. Der aktuelle Einkaufsführer liegt beispielsweise im Bezirksrathaus aus. Die Überarbeitung übernahmen der ehemalige FSJler Max Wörner und die jetzige FSJlerin Nadin Steiner. Die Infos sind auch auf der Internetseite www.stuttgart.de/fairtrade-moehringen auf dem aktuellen Stand. Die Überholung wurde aus dem Budget des Bezirksbeirats mitfinanziert.

Faire Blumen und Baumwolle

„Mit Edeka auf dem Fasanenhof und dem Backparadies am Filderbahnplatz sind zwei neue Betriebe hinzugekommen“, freut sich Bezirksvorsteherin Evelyn Weis. Zudem habe sich das Sortiment teils verändert. Die Vielfalt an fair gehandelten Produkten sei groß. „Man sieht, dass es eben nicht nur faire Schokolade gibt, sondern auch Blumen oder Kleidung“, sagt Weis. So verkauft Gessler Mann & Mode Hosen aus fair gehandelter Baumwolle, auf dem Reyerhof gibt es beispielsweise faires Erdnussöl, bei Edeka am Europaplatz Honig und Nuss Nugat Creme, beim Kaufland Gewürze und Chips.

Das sind freilich nur einige Beispiele. Auch bei der Blumenscheuer, Blumen Wurst, dem Erdi Biomarkt, Naturgut, dem Cap-Markt, Lidl und Rewe finden sich faire Lebensmittel, Blumen oder Stofftaschen in den Regalen. Der Aldi im Synergiepark verkauft ebenfalls fair gehandelte Waren, allerdings ist der Standort an der Galileistraße voraussichtlich bis März 2019 wegen Neubaus geschlossen. Im Backparadies am Bahnhof und an der Vaihinger Straße sowie in den Filialen der Bäckerei und Konditorei Schrade an der Leinenweberstraße, Widmaierstraße, Filderbahnstraße und Laustraße in Sonnenberg kann man fairen Kaffee genießen.

Gummiäffchen kommen gut an

Mit Ständen auf Stadtteilfesten wie dem Möhringer Herbst machen die Eine-Welt-Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde unter Gemeindediakonin Birgit Keyerleber und die Steuerungsgruppe auf den fairen Handel aufmerksam. In diesem Jahr wurden statt fairer Schokolade mit Möhringen-Werbung essbare Gummitierchen in Affenform angeboten. „Faire Schokolade gibt es in vielen Bezirken. Wir wollten mal was anderes. Und die Gummiäffchen kamen gut an“, sagt Evelyn Weis.

Die Rezertifizierung ist für die Bezirksvorsteherin und alle, die sich dem Fairtrade-Gedanken verschrieben haben, eine Bestätigung ihrer Arbeit. In regelmäßigen Abständen wird geprüft, ob Möhringen weiterhin die fünf Kriterien erfüllt, die ein Fairtrade-Bezirk nachweisen muss: Es gibt einen Bezirksbeiratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels, eine Steuerungsgruppe koordiniert alle Aktivitäten, in Geschäften und gastronomischen Betrieben werden Produkte aus fairem Handel angeboten, die Zivilgesellschaft leistet Bildungsarbeit, etwa indem faire Produkte auf Stadtteilfesten oder in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen verwendet werden, und die lokalen Medien berichten über die Aktivitäten vor Ort. „Wir erfüllen diese Voraussetzungen weiterhin“, sagt Weis. Das Fairtrade-Siegel gilt nun für weitere zwei Jahre.

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