Im Alten Waisenhaus zieht der Weltladen ein Foto: Jan Reich

„Der Faire Handel rückt ins Zentrum“ ist das Motto des ersten Weltladens im Stuttgarter Zentrum, der an diesem Montag im Alten Waisenhaus an der Planie mit einer Aktionswoche eröffnet.

Stuttgart - „Der Faire Handel rückt ins Zentrum“ ist das Motto des ersten Weltladens im Stuttgarter Zentrum, der an diesem Montag im Alten Waisenhaus an der Planie mit einer Aktionswoche eröffnet.

Erst durch politischen Einfluss war der Laden möglich geworden, als Teil der „Fair-Trade-Stadt Stuttgart“. Der Laden ist eingebettet in das Welthaus, das in einem Monat offiziell eröffnet wird. Es wird auch ein Willkommens-Zentrum, ein Welt-Café und ein globales Klassenzimmer enthalten. In letzterem können Schulklassen etwas über fair gehandelte Produkte und nachhaltige Wirtschaft erfahren.

Auch im Weltladen soll es nicht nur um den Verkauf von fair gehandelten Lebensmitteln und Kleidung, sondern auch um die Information gehen. „Wir wollen den Menschen erklären warum es wichtig ist, nicht bei Läden wie Primark zu kaufen“, sagt Elena Muguruza, Beraterin für fairen Handel beim Weltladen. Margret Eder, Geschäftsführerin des Weltladens fügt hinzu: „Wir sehen uns auch als Gegenkonzept zu den Shopping-Malls.“ Bei ihnen gebe es nicht nur die Mindeststandards, sondern wirklich qualitativ hochwertige Produkte. Die Eröffnung des Weltladens fällt mit der des Shopping-Centers „Gerber“ zusammen, das am Dienstag, 23. September, um 9 Uhr erstmals öffnet und eine Verkaufsfläche von 25 000 Quadratmeter hat. „Die Frage ist: David und Goliath – wie entscheiden sich die Stuttgarter?“, sagt Eder.

Der Weltladen in der Innenstadt wird der siebte seiner Art in Stuttgart sein. Die weiteren auf fairen Handel spezialisierten Läden befinden sich allerdings vor allem in den Vororten der Landeshauptstadt. Hier sind die Mieten günstiger. Auf dem neuen Weltladen in der Innenstadt lastet deswegen auch ein größerer Erfolgsdruck. „Wir streben einen Umsatz von 450 000 Euro an. Dann kommen wir auf die schwarze Null“, sagt Eder. Im größten Weltladen Stuttgarts in Gablenberg habe man knapp ein Drittel dieses Umsatzes. Die Hoffnung liegt deshalb bei der Laufkundschaft, die direkt am Charlottenplatz einen größeren Anteil ausmachen soll. Außerdem habe man viele Unterstützer. Der neue Laden werde mit 100 Quadratmeter Fläche allerdings nicht größer werden als der in Gablenberg.

Wer nicht in den Laden kommen will, kann sich ab 2015 auch faire Produkte im Abonnement liefern lassen. Dies soll ähnlich dem Bio-Korb mit Fair-Trade Artikeln passieren.

Stuttgart sei, so Eder, die bundesweit erste Stadt, die einen solchen Weltladen bekommen hat. Der erste eröffnete vor etwa 40 Jahren in der Blumenstraße, nur knapp 500 Meter vom neu eröffneten Laden entfernt.

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