Die Schilder besagen eindeutig: Autofahrer mit Euro-5-Diesel müssen draußen bleiben. Foto: dpa/Marijan Murat

Seit Juli gilt in Teilen Stuttgarts ein Fahrverbot auch für Euro-5-Diesel. Wirklich zur Kasse gebeten werden die Sünder allerdings erst seit Kurzem.

Stuttgart - Eigentlich hätte der 32-jährige Peugeot-Fahrer das Verkehrsschild ganz gut erkennen können. Fahrzeuge mit Euro-5-Diesel dürfen hier nicht fahren, heißt es seit Sommer auf 160 Hinweistafeln. Doch es ist nicht das einzige Schild, dass der Autofahrer aus dem Kreis Heilbronn missachtet, als er im Norden Stuttgarts auf der Heilbronner Straße stadteinwärts in den Pragtunnel eintaucht. Und das wird ihm zum Verhängnis.

 

Verbote für Euro-5-Diesel – da war doch was?

Vor lauter Corona-Maßnahmen haben manche Autobesitzer womöglich ganz vergessen, dass es in Teilen Stuttgarts noch ein ganz anderes Verbot gibt. Wegen des Zwangs zur Luftreinhaltung und zur Absenkung der Stickstoffdioxidbelastung dürfen Fahrzeuge mit Euro-5-Dieselmotoren in Teilen Stuttgarts nicht fahren – dies gilt für die Innenstadtbezirke, für Bad Cannstatt, Zuffenhausen und Feuerbach. Seit Sommer stehen die entsprechenden Hinweisschilder, seit 1. Oktober wird tatsächlich ein Bußgeld fällig. 80 Euro plus 28,50 Euro Verwaltungsgebühren. Doch wie sieht es mit den Kontrollen aus?

„Bei unseren Verkehrskontrollen wird das mit überprüft“, sagt Polizeisprecherin Monika Ackermann. Beim Blick in den Fahrzeugschein von Schnellfahrern, Gurtmuffeln oder Rotlichtsündern fällt das eben auch auf. Etwa bei dem Peugeot-Fahrer aus Heilbronn, der mit 85 km/h durch den Pragtunnel rauscht – statt mit erlaubtem Tempo 50. Das bringt ihm ein Monat Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und 160 Euro Bußgeld ein. Als Dieselsünder zahlt er noch 108,50 Euro obendrauf.

Ein Nachschlag nach dem Knall

Die Bußgeldbehörde der Stadt prüft allerlei Verdachtsfälle – auch Falschparker. „Bis zum Montag wurden 1550 Verstöße geahndet“, sagt Stadtsprecherin Jasmin Bühler. Damit sind knapp 170 000 Euro an Bußgeldern verhängt worden. Bei über 187 000 überprüften Fällen beträgt die Sünderquote indes nur 0,82 Prozent.

Dabei sollten Besitzer von Euro-5-Diesel-Fahrzeugen nicht darauf setzen, dass sie schon nicht entdeckt werden. Bei einem 42-jährigen Toyota-Fahrer aus dem Landkreis Esslingen ist das vor ein paar Tagen ganz schnell gegangen. In der Taubenheimstraße in Bad Cannstatt fährt er auf den VW Polo eines 59-Jährigen auf. Schaden: 6000 Euro. Der Polizist am Unfallort brummt ihm auch noch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Dieselverbot auf.