Mit Video-Umfrage - An Tagen mit einem Feinstaubalarm in der Landeshauptstadt und Fahrverboten soll es im Nahverkehr Tickets zum halben Preis geben. Erste Versuche dazu will das Land ab Mitte 2016 starten.

Stuttgart - Um die Wirkung von verbindlichen Fahrverboten ab 2017 zu testen wollen Stadt und Land ab Mitte 2016 bei hohen Schadstoffwerten Feinstaubalarm in Stuttgart ausrufen. Damit der Umstieg vom Auto auf den Nahverkehr leichter fällt soll es Tickets zum halben Preis geben. „Wir haben OB Fritz Kuhn diesen Vorschlag gemacht“, sagt VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Er sei einfach umzusetzen und gerecht.

Kuhn (Grüne) wollte sich am Donnerstag nicht zu den Fahrverbots-Plänen äußern, die Grünen-Verkehrsminister Winfried Hermann am Mittwoch offenbar unabgesprochen verkündet hatte. Man kommentiere keine Zwischenstände, hieß es im Rathaus, für 27. Juli sei ein Spitzengespräch angesetzt. Gleichzeitig reklamierte Kuhn das Konzept für den Feinstaubalarm für sich.

Bei hoher Schadstoffkonzentration werde man zunächst warnen und appellieren, sagt Hermann. Angesichts deutlich überschrittener Grenzwerte und drohender hoher Strafzahlungen an die EU sei das Land aber „ verpflichtet, etwas zu tun“. Zum Gesundheitsschutz soll die Verkehrsmenge durch das wechselweise Fahrverbot für Autos mit gerade und ungerade Kennzeichen ab 2017 halbiert werden. Ab 2019 sollen grundsätzlich nur noch Euro-6-Diesel in Stuttgart fahren dürfen. Dazu soll eine blaue Plakette eingeführt werden. IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Richter davor. Die Regel werde den Handel massiv treffen. Der Verkehrsclub Deutschland begrüßt die Pläne. München und Zürich zeigten, dass die Nahverkehrsnutzung deutlich gesteigert werden könne, so Landesvorsitzender Matthias Lieb. Der Anwalt Roland Kugler, der Feinstaubkläger vertritt, zeigt sich überrascht, aber zufrieden: „Das Fahrverbot ist wenig subtil, aber wir haben genau das gefordert.“

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