Fahrradurlaub Drei autofreie Trauminseln in Deutschland

Von Catherine Braumeister 

Einmal ohne Autogewusel und Abgaswolken Radfahren - dieser Gedanke lässt die Herzen aller Fahrradliebhaber höher schlagen! Wir zeigen Ihnen heute drei deutsche Trauminseln, die den Urlaub mit dem Fahrrad zum absoluten Highlight machen, da Autos streng verboten sind.

Ist das Schweden? Nein, so hübsch sieht es auf der autofreien Nordseeinsel Langeoog aus. Hungrige Radler können in den idyllischen bunten Holzhäuschen am Hauptbad wieder zu Kräften kommen. Foto: Pixabay

Wangerooge - die muckelige Insel

Diese kleine Nordseeinsel ist genau das Richtige für fahrradbegeisterte Familien, Pärchen und Solotraveler, die genug vom Stadtleben haben und sich nach dem gemütlichen, ungezwungenen Inselleben des Nordens sehnen.

Autos dürfen nicht mit auf die muckelige Insel, denn die sind nämlich auf dem Eiland streng verboten. Hier läuft man oder schwingt sich aufs Rad um von A nach B zu kommen. Die niedlichen Sträßchen, die gemütlichen Backsteinhäuser mit ihren lustigen Namen, das geschäftige Treiben der kleinen Geschäfte und die fröhlichen, naturverbundenen Urlauber verleihen der Insel einen einzigartigen Charme.

Außerhalb des freundlichen kleinen Inselkerns liegt jede Menge unbewohnte Natur, in der man wunderschöne Fahrradtouren unternehmen kann. Kilometerlange Radwege führen durch sommerliche Dünenlandschaften, vorbei an Deichen, Sanddorn und Wiesen.

Gerade Eltern schätzen Wooge, wie die Insel oft liebevoll genannt wird. Denn die flachen Radwege und das Autoverbot sorgen dafür, dass gemeinsame Radelausflüge ohne Angst und Quengelei von Statten gehen. Einfach sorglos durch die geborgene kleine Inselwelt radeln – das ist Wangerooge.

Juist - das Zauberland

Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Denn auf der kleinen gemütlichen Nordseeinsel fahren die Anwohner Kutsche statt Auto. Pferdegetrappel statt Motorgeheul, idyllischer geht es kaum. Das ist nur ein Grund von vielen, warum Juist von Einheimischen auch Töwerland genannt wird, was auf Plattdeutsch Zauberland bedeutet.

Die charmanten roten Backsteinhäuser, die endlos weißen Sandstrände und die gemütlichen Dünen tun ihr Übriges. Durch solch eine schöne Landschaft zu radeln ist ein absoluter Hochgenuss. Und das ganz ohne Autos und schweißtreibende Aufstiege! Genau das Richtige für Genussradler. Und auch Eltern kommen hier zur Ruhe. Denn sie müssen sich bei der Familien-Radtour keine Sorgen um herannahende Fahrzeuge und erschöpfte Kinder mit schlechter Laune machen.

Ein weiterer Pluspunkt? Juist ist 17 Kilometer lang aber gerade einmal 500 Meter breit. Das bedeutet der Strand ist nie weit entfernt, egal wo man sich auf der Insel gerade befindet. So kann man während ausgiebiger Radtouren auch gut ein Päuschen am Strand einlegen. Ideale Voraussetzungen für ein gemütliches Picknick mit Blick aufs Meer. Die Hektik des Arbeitsalltags und der Großstadt ist hier wie weggeblasen. Und das ist auch gut so. Denn schließlich ist es genau das, was man sich von einem Fahrradurlaub auf Zauberland erhofft.

Langeoog - Geborgenheit pur

Auf Langeoog ist Stress und Hektik ein Fremdwort. Hier haben es die Menschen nicht eilig. Denn wie auf den anderen beiden Inseln, herrscht auch hier das Motto: Entschleunigung. Wer es ruhig, gemütlich und geborgen mag, ist hier also goldrichtig.

Auch Langeoog ist autofrei und damit der ideale Ort für ausgiebige Fahrradtouren. 35 Kilometer Radweg führen durch die schöne Natur der Insel. Während der Fahrt riecht man nichts als herrliche, frische Salzluft. Die Abgaspause tut gut und es macht Spaß tief einzuatmen. Aber nicht nur die frische Luft lässt Radlerherzen höherschlagen. Auch das Ausbleiben überholender Automassen sorgt für maximales Radelvergnügen. Genau wie auf Juist, scheint auch hier die Zeit wie zurückgedreht. Hier und da erspäht man Pferdekutschen und statt Fernsehen zu gucken und sich in der Welt von Social Media zu verlieren, kommen die Menschen hier jeden Dienstag zum gemeinsamen Singen in den Dünen zusammen. Lieder aus dem Langeooger Liederbuch werden von jung und alt, Feriengästen und Insulanern mit Herzenslust in die salzige Meeresluft geträllert.

Trotz der allwöchentlichen geselligen Zusammenkunft bleibt aber dennoch jede Menge Zeit für ruhige Momente alleine. Und was könnte sich dafür besser eignen als eine Radtour durch die traumhaft schöne, weitläufige Natur der Insel. Auf den Radwegen fernab des Inselkerns trifft man kaum andere Menschen. Dafür findet man Dünen, Kartoffelrosen, Sanddorn und grüne Salzwiesen wohin das Auge reicht. Genau das Richtige, um wieder zu sich zu kommen und Zeit zum Nachdenken zu finden.

Um dem Ganzen ein i-Tüpfelchen aufzusetzen, kann man die Radtour mit einem Sonnenuntergang am weißen Sandstrand ausklingen lassen. Wer davor noch eine kleine Stärkung braucht, kehrt nach der Radtour in einem der gemütlichen Cafés der Insel ein. Hier lohnt es sich den inseltypischen Snack – Dickmilch mit Sanddornsirup und Schwarzbrot – zu probieren.

Ausnahmen des Autoverbots: Ausnahmen bestätigen die Regel. Soll heißen, ein paar wenige Fahrzeuge sind auf den Inseln erlaubt. Dazu zählen zum Beispiel Krankenwägen und Transportfahrzeuge, die die Läden beliefern. Häufig handelt es sich allerdings um Elektrofahrzeuge. Die salzige Inselluft bleibt also frisch und sauber. Also, ab aufs Eiland!

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