Freie Fahrt : Die Möhringer Straße soll zur Fahrradstraße werden.. Foto: David Mairle

Über zwei Kilometer Fahrradstraße sollen auf der Burgstall- und der Möhringer Straße im Stuttgarter Süden ausgebaut werden. Im Zuge dessen werden 23 Parkplätze verschwinden

S-Süd - Ende Februar hat es der Gemeinderat beschlossen: Stuttgart soll eine Fahrradstadt werden. Wie das aussehen kann, soll man nach aktueller Planung künftig im Stuttgarter Süden sehen können. Dort plant das Stadtplanungsamt, die Hauptradroute 1 auf zwei Kilometern auszubauen: Die Möhringer Straße und die Burgstallstraße sollen zu Fahrradstraßen werden. Vor allem Fahrräder sollen künftig über diese Straßen rollen. Autos dürfen die Straßen auch befahren, allerdings nur, wenn dies durch entsprechende Schilder gekennzeichnet ist. Grundsätzlich gilt: Nicht schneller als Tempo 30 fahren, Fahrräder haben Vorrang und die Fahrradstraße hat an Kreuzungen Vorfahrt.

Durchgängige Gehwege

Ergänzt werden die Pläne durch neue Fahrradstellplätze, die entlang der Strecke gebaut werden sollen. Auf der Burgstallstraße liegt zudem ein verkehrsberuhigter Bereich, der im Rahmen der Maßnahmen verkürzt werden soll. Außerdem sollen auf den betreffenden Streckenabschnitten die Gehwege nicht mehr unterbrochen werden, sodass an den Kreuzungen Gehwegüberfahrten für Autos entstehen. Der geplante Streckenabschnitt beginnt auf der Höhe der Stadtbahnhaltestelle Südheimer Platz und kreuzt die Böheimstraße, bevor er in die Burgstallstraße übergeht. Hinter der Matthäuskirche soll die Fahrradstraße am Marienplatz enden.

Die entsprechenden Pläne hat das Stadtplanungsamt dem Bezirksbeirat Stuttgart-Süd vorgestellt. Dort gibt es breite Unterstützung für das Projekt. Michael Knödler von der Fraktion SÖS/Linke-plus lobte die Pläne: „Stuttgart will die Verkehrswende.“ Dennoch haben die Pläne auch einen Haken, an dem sich die folgende Diskussion entzündete: Im Rahmen der Maßnahmen sollen insgesamt 23 Parkplätze für Autos wegfallen. Rainer Wallisch vom Stadtplanungsamt erklärt: „Die Plätze hätten dort ursprünglich gar nicht sein dürfen nach der Straßenverkehrsordnung.“ Der Grund: Bisher blockieren Fahrzeuge, die auf den Parkplätzen abgestellt werden, die Sicht von Verkehrsteilnehmern auf die dahinter liegenden Kreuzungen. Im Rahmen der Planungen für die Fahrradstraße soll das nun korrigiert werden. „Wir wollen aber auf keinen Fall Fahrrad- und Autofahrer gegeneinander ausspielen“, betont Wallisch.

Stellplätze fallen weg

„Dass die Stellplätze wegfallen, ist natürlich bitter für die Autofahrer“, sagt Jens Hermann (Stadtisten), „ich begrüße die neue Fahrradstraße aber dennoch.“ Auch Andrea Pfletschinger (Grüne) bekräftigt: „Wir freuen uns.“ Roland Petri (CDU) kritisierte mit Blick auf die wegfallenden Parkplätze: „Wir haben den Anwohnern dort über das Parkraummanagement Parkplätze versprochen. Und jetzt sollen dort welche wegfallen?“ Auch Marion Eisele wollte wissen: „Wie kann deser Wegfall reduziert werden?“ Der Spielraum sei hier sehr beschränkt, erklärte Wallisch. „Wir haben uns aber bemüht, einen guten Kompromiss zu finden.“

Auch die anwesenden Bürger waren gespalten. „Viele Fahrradfahrer sind so unverschämt“, beklagte sich einer der Anwesenden, „da sollte man denen nicht noch eine Fahrradstraße geben.“ Absehbar sind die Maßnahmen aber noch nicht, das Tiefbauamt ermittelt noch die Kosten für den Ausbau. Der Baubeginn ist derzeit für das zweite Halbjahr 2020 angesetzt.

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