Stuttgart beteiligt sich vom 4. bis 24. Mai zum zehnten Mal an der bundesweiten Kampagne. Die Aktion für Klimaschutz und klimafreundliche Mobilität stößt auf Kritik.
Exakt 9397 Menschen nahmen im vergangenen Jahr am Stadtradeln teil. Sie legten zusammen 1,9 Millionen Kilometer zurück. Für 2026 hat sich die Stadt ehrgeizigere Ziele gesetzt: Erstmals sollen mehr als 10 000 Teilnehmer mitmachen. Außerdem soll die Marke von zwei Millionen Kilometer geknackt werden.
Das Stadtradeln ist eine bundesweite Kampagne für klimafreundliche Mobilität und aktiven Klimaschutz. Gleichzeitig sollen Impulse für ein Umdenken im Verkehr gesetzt und für den Ausbau einer modernen, sicheren und zukunftsfähigen Radinfrastruktur geworben werden. Teilnehmen am Stadtradeln kann jeder, der in Stuttgart wohnt, arbeitet, eine Schule oder Hochschule besucht oder Mitglied in einem Verein ist. Man kann ein eigenes Team gründen oder sich einem bestehenden anschließen. Die gefahrenen Kilometer werden online eingetragen und laufend ausgewertet. Parallel läuft das Schulradeln in Baden-Württemberg – ein Sonderwettbewerb, der die fahrradaktivsten Schulen im Land auszeichnet. Alle Kilometer fließen in die Gesamtwertung ein.
Optimierte Wege und Fahrradstraßen
„Neue Fahrradstraßen, optimierte Wege und spürbare Verbesserungen im Radnetz machen das Radfahren in unserer Stadt Schritt für Schritt attraktiver, sicherer und komfortabler“, verspricht Peter Pätzold, Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt. Außerdem kündigt er an, dass für das Team der Stadtverwaltung ein neues Gesicht vorneweg fährt: Fahrradbotschafter Jonas Marwein. „Er wird in seiner Funktion Tempo für die Stärkung des Radverkehrs und den Austausch zwischen Bürgerschaft und Stadt machen“, sagt Pätzold.
Das Fahrradkollektiv Zweirat Stuttgart und die lokale Klimagruppe Kesselbambule bezeichnen das Stadtradeln als dreiwöchige Greenwashing-Kampagne. Ihre Kritik: Im Zeichen des Klimaschutzes sollen sich Radfahrer auf kaum vorhandenen, oft im Nichts endenden Radwegen fortbewegen oder zwischen Fußgängern durch den Stuttgarter Schlossgarten schlängeln. Aus Sicht der beiden Gruppen wird zu wenig für den Radverkehr gemacht. Die beiden Initiativen erinnern an einen Zielbeschluss von Anfang 2019: Damals hatten 35.249 Menschen die Stadt mit ihrer Unterschrift aufgefordert, zeitnah sichere Radwege zu schaffen. Mehr als sieben Jahre später zeichnet sich ab, dass der Beschluss zu langsam umgesetzt wird. Das Ziel von 25 Prozent Radverkehrsanteil bis 2030 rückt in weite Ferne – aktuell liegt er bei neun Prozent.
Anmeldung unter www.stadtradeln.de/stuttgart.