Fahrrad-Zählstelle in Stuttgart-Kaltental Mehr Radverkehr aufder Böblinger Straße

Von Jacqueline Fritsch 

Im Alltag fallen Radfahrer oft gar nicht mehr auf – wie viele aber tatsächlich unterwegs sind, zeigen die Zahlen der Fahrrad-Zählstelle in Kaltental. Foto: Jacqueline Fritsch
Im Alltag fallen Radfahrer oft gar nicht mehr auf – wie viele aber tatsächlich unterwegs sind, zeigen die Zahlen der Fahrrad-Zählstelle in Kaltental. Foto: Jacqueline Fritsch

Die Daten der Fahrrad-Zählstelle sind seit Kurzem im Internet für jedermann einsehbar. Das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung hat mit den Zahlen einen Vorteil in Sachen Ausbau der Radwege.

Kaltental - Fahrradfahrer sind in Stuttgart gern gesehen. Aber wie viele sind eigentlich auf den staugeplagten Straßen unterwegs? Das können Interessierte seit Kurzem im Internet erfahren.

Seit Dezember 2013 steht an der Böblinger Straße eine Fahrrad-Zählstation. Diese erfasst mithilfe einer Induktionsschleife jedes Rad, das über den Zähler fährt. Die Ergebnisse werden vom Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung regelmäßig ausgewertet. Nun stehen die Zahlen auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Auf der Webseite wird sowohl die Zählstation an der Böblinger Straße als auch die in Bad Cannstatt angezeigt. Über das Menü kann man auswählen, aus welchem Zeitraum die Auswertungen stammen sollen. Außerdem werden Durchschnittswerte und Gesamtzahlen angezeigt.

10 000 Radfahrer mehr als im vergangenen Jahr

Allein in diesem Jahr sind bereits 97 484 Radfahrer an der Zählstation an der Böblinger Straße vorbeigefahren. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum noch gut 10 000 weniger. An den Zahlen kann man ablesen, dass im Jahr 2016 die meisten Radfahrer im Juli unterwegs waren. Mit 33 066 gezählten Radlern bildet der Sommermonat die Spitze des Jahres. In diesem Jahr gab es bisher die meisten Fahrradfahrer im Mai. Die Zahl kommt mit über 29 000 noch nicht ganz an die Juli-Spitze aus dem vergangenen Jahr heran.

Aus fünf Prozent sollen 20 werden

Das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung nutzt die Zahlen, um die Verkehrsplanung und Verkehrsinfrastruktur zukunftsgerecht anzupassen. Durch die genaue Analyse können auch Einflüsse wie Wetter oder Ferienzeiten berücksichtigt werden. Der Anteil des Radverkehrs soll von derzeit fünf Prozent auf zwölf und langfristig auf 20 Prozent steigen. Dazu ist eine gute Infrastruktur zum Fahren und Parken notwendig. Außerdem soll das Radfahren durch Öffentlichkeitsarbeit und Serviceangebote sicher und angenehm gestaltet werden. „Aber es gibt Widerstand gegen den Ausbau von Radwegen, vor allem weil viele denken, dass dort zu wenige Radfahrer unterwegs sind“, sagt ein Mitarbeiter des Stadtplanungsamts. Mit den erhobenen Zahlen könne man allerdings nachweisen, dass es genügend Radfahrer gibt, die einen Ausbau der Radwege legitimieren. So würde die hohe Quote an Radlern auch dafür sprechen, den Autofahrern an manchen Stellen einen Teil ihrer Strecke wegzunehmen und den Pedaleuren den Vorrang zu lassen. „Man muss den Radfahrer etwas bereitstellen, um die Zahl noch zu erhöhen“, sagt der Mitarbeiter.

Dass der Anteil der Radfahrer steigt, wurde bereits 2015 in einem Gutachten des Landes festgestellt. Die aktuellen Zahlen bestätigen das. So liegt der tägliche Durchschnitt der Radfahrer an der Böblinger Straße bei 602. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es durchschnittlich nur 500 pro Tag.

Die Zahlen finden sich unter www.stuttgart.de/fahrradzaehlstellen

Redaktion Stuttgart-Süd

Ansprechpartner
Nina Ayerle und Alexandra Kratz (Kaltental)
s-sued@stz.zgs.de

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