Fahrdienst in Stammheim Seit zehn Jahren für Senioren unterwegs

Von Marta Popowska 

Jeden Freitag tourt der kleine weiße Flitzer durch Stammheim und ermöglicht Senioren, dass sie im Ortskern einkaufen können. Zum zehnjährigen Bestehen gibt es einen Wechsel an der Führungsspitze. Weitere ehrenamtliche Fahrer sind willkommen.

Günther Schiffko hilft seit zwei Jahren als ehrenamtlicher Fahrer. Den Einkaufstrolley bringen er und die anderen Ehrenamtlichen auch bis zur Haustür.Foto: Rolf Durst (z)

Stammheim - Vielen Menschen ist es auch im Alter noch wichtig, ihre Einkäufe selbst zu erledigen. Seit zehn Jahren unterstützt das Projekt „Stammheim mobil“ Senioren im Bezirk bei genau diesem Wunsch. Auf seinen Routen sammelt der Einkaufsfahrdienst jeden Freitag Senioren ein, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Bei der jüngsten Dienstplansitzung in der Schlossscheuer wurden nicht nur zehn Jahre Fahrdienst gefeiert: Mitinitiator und Organisator Albert Renz nahm die Sitzung zum Anlass, sich nach zehn Jahren aus diesem Ehrenamt zu verabschieden und die Organisation an Günther Schiffko zu übergeben.

„Ich bin im blühenden Alter von 89 Jahren, ich werde langsam malad“, scherzt Albert Renz über seinen Rückzug aus der Organisation des Fahrdienstes. Den Ruhestand hat sich Renz, der sich nicht selber loben möchte, zweifelsfrei verdient. Für seinen ehrenamtlichen Einsatz hat er vor sieben Jahren das Bundesverdienstkreuz erhalten. Er engagierte sich im Stadtjugendring und im Kirchengemeinderat. Von 2000 an war er ehrenamtlicher Leiter der Begegnungsstätte Stammheim und im Stadtseniorenrat Stuttgart aktiv, wo er den Einkaufsfahrdienst für Stammheimer Senioren mit initiierte.

Mitinitiator Albert Renz sagt Adieu

Nun übergab Renz an einen, wie er sagt, jüngeren Nachfolger. „Albert Renz hat mich gefragt, ob ich die Aufgabe übernehmen möchte. Wir haben schon in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet“, sagt Schiffko (67), der seit zwei Jahren zu den ehrenamtlichen Fahrern gehört.

Vor zehn Jahren, am 1. Juli 2008, hat der weiße Opel Agila seine Arbeit aufgenommen. Seitdem fahren ehrenamtliche Chauffeure verschiedene Touren durch den Bezirk und sammeln Seniorinnen und Senioren, die zum Einkaufen möchten, an bestimmten Haltepunkten auf. Bei den Wochentagen wurde in der Vergangenheit viel ausprobiert: Dienstags, donnerstags und freitags wurde schon gefahren, bewährt hat sich letzterer. „Freitag ist Einkaufstag“, sagt Günther Schiffko. Und so drehen die Ehrenamtlichen von 9.30 bis 13 Uhr ihre drei verschiedenen Runden in drei verschiedene Richtungen Stammheims – insgesamt geht es viermal durch den Bezirk. Start ist immer die Freihofstraße, von der aus es einmal in Richtung Marco-Polo-Weg und Weinberge geht, dann in Richtung Luise-Schleppe-Haus und weiter in Richtung Segelfalterstraße. Schließlich werden Goldkäfer- und Hornissenweg angesteuert.

Fahrer bringen Einkäufe auch nach Hause

„Die Leute sind sehr froh, dass es den Fahrdienst gibt“, sagt Schiffko. Runter in die Freihofstraße kämen die meisten noch, aber mit dem Rollator und den Einkäufen wieder hoch, sei vielen nicht mehr möglich. „Die Fahrer bringen die Einkäufe auch nach Hause, wenn das nötig ist“, sagt Günther Schiffko.

Laut Günther Schiffko habe man aktuell 21 ehrenamtliche Fahrer: „Wir freuen uns aber über weitere Unterstützer.“ So könne man sicherstellen, dass jeder nur ein bis maximal zweimal im Halbjahr im Einsatz ist und das Ehrenamt nicht als Belastung empfunden werde. Wer sich bei Stammheim mobil als ehrenamtlicher Fahrer engagieren möchte, kann sich bei Günther Schiffko unter der Telefonnummer 07 11/82 51 84 melden.