Fahrbericht Skoda Superb Sportler im Geschäftsdress

Von Reimund Abel 

Der neue Skoda Superb Foto: Hersteller
Der neue Skoda Superb Foto: Hersteller

Skoda peppt den Superb auf – mit großen Alufelgen, Sportsitzen, einem adaptiven Fahrwerk und optischen Retuschen.

Der neue Superb macht Skoda froh. Nach Unternehmensangaben wurden seit dem Start der dritten Generation bereits 100.000 Fahrzeuge produziert. Mehr als 80 Prozent davon entfielen auf die Kombi-Version. Damit der Erfolg von Dauer ist, versucht der Hersteller aus dem tschechischen Mladá Boleslav mit Modellvarianten eine weitere Nische zu besetzen – die der schnellen und sportlich aufgepeppten Oberklasse-Autos.

Skoda verpasst dem Superb mehr Sportlichkeit durch Sportsitze oder ein Lederlenkrad mit Schaltwippen. Das adaptive Fahrwerk bietet fünf Modi von „Eco“ bis „Individual“, das Fahrwerk wurde tiefergelegt, dicke 19-Zoll-Alus, Diffusoren am Heck sowie schwarze Akzente an der Karosserie verleihen ein Hauch Rennfeeling.

Als Testfahrzeug stand unter anderem ein 2,0-Liter-Vierzylinderdiesel zur Verfügung. Das Aggregat schickt 190 PS/140 kW an die Vorderräder (gegen Aufpreis ist Allradantrieb möglich), das aus dem VWKonzern bekannte Doppelkupplungsgetriebe übernimmt die Selektion der Gangstufen. Sie können wahlweise auch über Schaltpaddel gewählt werden.

Durch den Abgas-Skandal ist der Diesel in Verruf geraten. Es stimmt schon, VW hat geschummelt. Gleichwohl ist der 2,0-Liter im Testwagen ein Beispiel für beste deutsche Ingenieurskunst. Der Motor hängt sehr ordentlich am Gas, zieht den 1,5 Tonnen schweren Kombi bereits kurz über der Leerlaufdrehzahl kräftig voran, selbst bei hohen Autobahn-Tempi kann er noch nachlegen.

Alles das bei einer erstaunlichen Laufruhe. Dass ein Selbstzünder am Werk ist, spürt und hört der Fahrer nicht. Zudem ist er effizient. Der Bordcomputer meldete über die Distanz von knapp 200 Kilometern einen Verbrauch von 7,6 Liter/100 km. Da der potente und drehmomentstarke Motor einen verleitet, gerne mal kräftig auf das Gaspedal zu treten, geht das in Ordnung.

Als weitere Motorenvariante steht ein 150 PS (110 kW) starker Diesel zur Wahl. Mit dem ist man flott, aber nicht sportlich unterwegs. Den Einstieg bei den Benzinern markiert der 1,4-TSI-Vierzylinder (150 PS/110 kW). Darüber ordnen sich ein 180 PS/132kW-TSI-Aggregat sowie eines mit 220 PS/162 kW ein. Wer die Top-Motorisierung, den 2,0-Liter-TSI mit 280 PS/206 kW, unter der Haube hat, wird zum Audi- und MercedesJäger. Allrad und Sechsgang-DSG sind für dieses Modell obligatorisch.

Die Skoda-typischen Tugenden haben die Sportline-Modelle natürlich immer noch an Bord: einen Kofferraum wie eine Gebirgsschlucht mit einem Volumen von 660 bis 1950 Litern, die sehr gute Verarbeitung, Platz in Hülle und Fülle für alle Passagiere – und einen interessanten Preis.

Für den zur Verfügung gestellten Superb werden 51.205 Euro fällig, der Grundpreis beträgt 40.490 Euro. Kein Schnäppchen, aber in Anbetracht der üppigen Ausstattung preiswert. Serienmäßig an Bord sind zum Beispiel Bi-Xenonscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, außerdem eine ZweizonenKlimaanlage, Nebelscheinwerfer, beheizbare Vordersitze, eine Geschwindigkeitsregelanlage inklusive Speedlimiter und Parksensoren hinten. Stöbern potenzielle Käufer auf der Suche nach Sportlern im Geschäftsdress in den Preislisten der Wettbewerber von VW, BMW oder Mercedes (ja, mit den Herstellern kann der Superb konkurrieren), müssen sie für ähnliche Angebote meist tiefer in die Tasche greifen.

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