Fahrbericht Skoda Kodiaq Viel Platz auf dem Schiff

Von Annett Boblenz  

Das Design ist zwar nicht spektakulär, dafür punktet der Kodiaq aber mit zehlreichen praktischen Lösungen. Foto: Hersteller
Das Design ist zwar nicht spektakulär, dafür punktet der Kodiaq aber mit zehlreichen praktischen Lösungen. Foto: Hersteller

Skoda lässt den Kodiaq los. Der neue SUV mit Technik aus dem VW-Konzern startet zu Preisen ab 25.490 Euro und will mit vielen Extras punkten.

Eigentlich müssten die Marketingstrategen bei Skoda die Werbetrommel für ihren Neuen gar nicht mehr rühren. Wie geschnitten Brot verkauft sich der tschechische VW-Tiguan-Ableger, obwohl er noch nicht einmal beim Händler steht. In die Verkaufsräume rollt der nach einem Bär in Alaska benannte Kodiaq erst am 4. März 2017. Trotzdem haben allein in den ersten sechs Tagen nach Öffnung des Online-Portals 3000 Kunden einen Kaufvertrag unterschrieben.

Sie wissen genau, warum sie einen Skoda ordern. Die Marke steht für grundsolide Fahrzeuge und schnörkelloses Design. Praktische Autos, großzügig geschnitten und voll ausgereifter Technik aus dem VW-Konzern. Unter der Haube des Kodiaq beispielsweise arbeiten zwei Versionen des bewährten 2.0 TDI sowie drei Benziner mit 1,4 und 2,0 Liter Hubraum, die man aus anderen Modellen kennt. Ihr Leistungsspektrum reicht von 92kW (125 PS) bis 140 kW (190 PS), wahlweise mit Sechsgang-Schaltung oder Doppelkupplungsgetriebe. Für den chinesischen Markt ist zudem ein Hybrid vorgesehen. „Es gibt aber auch Hybrid-Pläne für Europa“, sagt Chefentwickler Jiri Dytrych.

Auf ersten Testfahrten überzeugte der knapp 40.000 Euro teure Top-Diesel mit Allrad und 7-Gang-DSG am meisten. Leistung ist in dieser Fahrzeugklasse gefragt, Drehmoment sowieso. Von beidem liefert der 2.0 TDI genug. 190 PS und 400 Nm lassen schnell vergessen, dass der Kodiaq immerhin knapp 1800 Kilo wiegt. Leichtfüßig schwingt er durch die Kurven und bietet hoch sitzenden Passagieren beste Ausblicke. Wer das Ganze sportlich angehen will, bestellt am besten gleich die adaptiven Dämpfer samt Offroad-Assistent mit.

Egal, für welche Motorisierung man sich letztendlich entscheidet: In jeder Version punktet der Kodiaq mit riesigem Raumangebot. Kein Wunder, überragt der 4,70 Meter lange SUV seinen Konzernbruder Tiguan doch um stolze 21 Zentimeter. Spricht man mit „Mr. Kodiaq“ Jiri Dytrych über die Vorzüge seines Babys, nennt er als Erstes das Raumangebot. Kein anderer SUV dieser Klasse biete mehr Platz für Fahrer, Beifahrer und Gepäck. Tatsächlich ist das Gepäckfach riesig. In Zahlen: 2065 Liter passen in den Fünfsitzer bei umgelegten Rücksitzen. Tipp: unbedingt die Klappfunktion für die Beifahrerlehne (90 Euro) mitbestellen. Damit wird der Kodiaq zum Kleinlaster und transportiert bis zu 2,80 Meter lange Gegenstände.

Alternativ gibt es den Kodiaq als Siebensitzer (Aufpreis 890 Euro). Dann schrumpft das Gepäckteil bei voller Mannstärke auf 270 Liter. Auf den ersten Blick machen die Plätze sechs und sieben einen vernünftigen Eindruck. Natürlich krabbeln meist die Kids nach hinten. Doch im Notfall könnten sich selbst Erwachsene hinten hineinfalten, sofern sie nicht größer als 1,70 Meter sind.

In Sachen Connectivity hat sich Skoda ebenfalls einiges einfallen lassen. Über das serienmäßige Smart Link beispielsweise sind alle beliebten Dienste wie Navigation, Musik, Nachrichten sowie Fahrzeugdaten in einer App im Infotainmentsystem des Fahrzeugs verfügbar. Außerdem gibt es mobile Online-Dienste übers LTE-Netz, Apps wie Google Earth oder Street View sowie Echtzeit-Verkehrsdaten für die Navigation. Über den Fahrzeug-Hotspot surfen die Mitreisenden im Internet, die Notruf-Funktion funkt bei einem Unfall automatisch Hilfe herbei. Smartphones lassen sich über Mirror Link, Apple Car Play oder Android ins FahrzeugSystem integrieren und in einer Halterung kabellos aufladen. Dabei werden Apps aufs Display gespiegelt. Und über Car Connect kann der Besitzer des Kodiaq alle wichtigen Daten seines Autos per App fernabfragen, vom Benzinstand bis zu Wartungsdaten.

Natürlich kommt heutzutage kein Neuwagen mit Ambitionen ohne ein ordentliches Paket an Assistenzsystemen aus. Serienmäßig an Bord sind der Front Assistent mit City-Notbremsfunktion und die Multikollisionsbremse. Nur gegen Aufpreis erhältlich sind unter anderem das Adaptive Cruise Control, der Anhängerrangierassistent, der Traffic Jam Assist oder auch der Travel Assist mit Verkehrszeichenerkennung. Wie üblich bei Skoda gibt es auch noch ein paar clevere Extras, die den automobilen Alltag erleichtern. Angefangen vom Türkantenschutz über die Gepäckraumabdeckung, die als Push Rollo konzipiert ist, bis hin zu den bis zu 27 Ablagefächern, Taschen und Flaschenhaltern. Gerade Eltern dürften sich dabei über eine echte Neuheit freuen: die In-Car-Communication (ICC). Was der Fahrer vorn sagt, wird dabei über die beiden Fond-Lautsprecher zum Nachwuchs weitergegeben.

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