Ein Polizeihubschrauber des Typs Airbus H 145 im Einsatz. Foto: SDMG

Für die Polizeihubschrauberstaffel geht es stürmisch zu – ein Einsatz jagt den nächsten. Das Einsatzkonzept und die Umstellung auf die neuen Maschinen funktionieren offenbar.

Stuttgart - Ein Bussard lässt sich von einer stürmischen Wetterlage nicht beeindrucken. In Stuttgart jedenfalls war die Hubschrauberstaffel der Polizei im Dauereinsatz: Von bewaffneten Räubern am frühen Morgen bis zum Wohnungseinbrecher und Ladendieb am Nachmittag. Der Trend zu mehr Fahndungseinsätzen und Sucherfolgen, der zum 50-Jahr-Jubiläum 2015 festgestellt wurde, setzt sich auch im neuen Jahr mit den neuen Maschinen vom Typ Airbus H 145offenbar nahtlos fort.

Da können die Einsätze auch schon mal im Minutentakt hereinkommen. So gab es am Donnerstag um 15.25 Uhr Alarm, als ein 77-jähriger Bewohner aus der Trollingerstraße in Uhlbach einen Wohnungseinbrecher meldete. „Der Täter soll bei ihm in der Wohnung gestanden sein“, sagt Polizeisprecher Jens Lauer. Der etwa 18 Jahre alte Täter mit brauner oder schwarzer Lederjacke nahm sofort Reißaus.

Der nächste Tatort ist 9,4 Kilometer entfernt

Während mehrere Streifenwagenbesatzungen in Richtung Neckarvororte ausrückten, flog auch die Hubschrauberbesatzung mit der Kennung D-HBWX zum Tatort. Von oben sollte die Bussard-Besatzung die Fahndung unterstützen. Mit der Wärmebildkamera hofften die Beamten noch auf die Spur des geflüchteten Täters zu kommen. Allerdings vergeblich.

Auf dem Rückflug zum Flughafen ereilte Bussard bereits der nächste Auftrag: Ein räuberischer Diebstahl in Plieningen hatte um 15.45 Uhr den nächsten Alarm ausgelöst. 9,4 Kilometer Luftlinie vom Einbruch entfernt hatte in einem Supermarkt am Wollgrasweg ein rabiater Dieb zugeschlagen. Der Mann hatte zwölf Flaschen Whisky im Wert von etwa 200 Euro in seinen blauen Rucksack eingesteckt und war geflüchtet. Ein Angestellter verfolgte den Täter bis zur Endhaltestelle der Stadtbahnlinie U 3 und wollte ihn aufhalten. Der Unbekannte versetzte dem Mitarbeiter jedoch einen Kopfstoß und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Anschließend rannte er über die Felder in Richtung Körschtal und Fasanenhof davon.

Der rabiate Täter sprach mit wohl russischem Akzent

„Normalerweise hätten wir dafür nicht den Polizeihubschrauber extra angefordert“, sagt Polizeisprecher Lauer, „aber das lag ja sozusagen auf dem Weg.“ Bussard D-HBWX kreiste minutenlang über dem Körschtal im Bereich des Gewerbegebiets Fasanenhof, versuchte das Wärmebild des flüchtenden Täters aufzuspüren – doch offenbar hatte der Täter eine andere Route gewählt.

Der Täter ist etwa 30 bis 40 Jahre alt, 1,80 Meter groß, schlank, hat dunkle Haare mit Geheimratsecken und sprach Deutsch mit vermutlich russischem Akzent. Der Mann trug eine dunkle Wollmütze und einen olivfarbenen Parka, hatte einen blauen Rucksack dabei. Das Raubdezernat der Kriminalpolizei bittet um Hinweise unter der Rufnummer 07 11 / 89 90 - 57 78.

Der Donnerstag hatte für die Hubschrauberstaffel bereits aufregend begonnen. Ein McDonalds-Schnellrestaurant war gegen 1.20 Uhr an der Aldinger Straße in Mühlhausen überfallen worden. Die bewaffneten Täter hatten dem 46-jährigen Angestellten nach Feierabend aufgelauert und ihn gezwungen den Tresor aufzuschließen. Auch wenn Bussard letztlich die Täter nicht aufspüren konnte: Den Beamten am Boden nutzt die Hilfe aus der Luft dennoch – die Kräfte suchen nicht lange in Gebieten, die Bussard als sauber identifiziert hat.

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