Noch immer sucht die Polizei mit Fahndungsfotos nach einem mutmaßlichen Sexualstraftäter. Ein Sprecher erklärt, warum es drei Monate dauerte, bis die Polizei diese veröffentlichte.
Bei ihrer Fahndung nach einem mutmaßlichen Sexualstraftäter in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) kann die Polizei noch keinen Durchbruch vermelden. Nach der Veröffentlichung einiger Überwachungsaufnahmen eines Tatverdächtigen sind zwar einige Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen – diese haben sich laut der Polizei jedoch als zu unkonkret oder irrelevant erwiesen.
Der sexuelle Übergriff auf eine 31-jährige Frau war sich bereits am 13. Juli begangen worden. Gegen 1.15 Uhr war die Frau im Bereich der Maicklerschule von einem maskierten Mann zu Boden gezerrt und sexuell angegriffen worden. In der vergangenen Woche – also rund drei Monate nach der Tat – hatte die Polizei schließlich Fotos einer Überwachungskamera veröffentlicht.
Auf die Frage nach dem Grund für den Zeitverzug erklärt der Polizeisprecher Robert Silbe: „Grundsätzlich werden zunächst andere Ermittlungsansätze ausgeschöpft, bevor wir uns an die Öffentlichkeit wenden. Öffentlichkeitsfahndungen sind im Rahmen der Strafverfolgung eher selten einer der ersten Schritte.“ Im vorliegenden Fall seien „zunächst andere Ermittlungsmaßnahmen priorisiert“ worden.
Die Aufnahmen stammen aus der Tatnacht in Fellbach
Die veröffentlichten Bilder stammen laut Silbe aus der Tatnacht selbst. Woher die Aufnahmen genau stammen, wollte er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Auffällig ist das seltsame Leuchten der Augen des Verdächtigen auf den Bildern. Silbe erklärte dazu, dass dies wahrscheinlich auf die Verwendung einer Nachtsicht- oder Infrarotkamera zurückzuführen sei, da es sich um Nachtaufnahmen handele. Die reflektierenden Netzhäute erzeugten diesen Effekt.
Die von der Polizei Aalen veröffentlichte Personenbeschreibung des Täters lautet:
- männlich
- etwa 30 Jahre alt
- 1,80 bis 1,85 Meter groß
- bekleidet mit einer grünen Kapuzenjacke
- dunkel maskiert
Der Mann auf den Bildern trägt allerdings keine Maske, sondern er scheint sich gerade eine Kapuze seines Pullovers oder seiner Jacke überzuziehen. Der Polizeisprecher Silbe betont, bei dem Abgebildeten handele es sich um einen Tatverdächtigen, nicht um einen bereits überführten Täter. So lasse sich beispielsweise die Farbe des Pullovers auf den schwarz-weißen Aufnahmen nicht verifizieren.
Aus diesem Grund bittet die Polizei auch mögliche Zeugen um Hinweise, deren Beobachtungen sich nicht hunderprozentig mit der Personenbeschreibung oder den veröffentlichten Aufnahmen decken. „Wir sind um jeden Hinweis dankbar“; so Silbe.
Wem der Mann auf den Fotos bekannt vorkommt oder wer im Zusammenhang mit dem Angriff auf die 31-Jährige etwas beobachtet hat, wird dringend gebeten, sich unter der Telefonnummer 07361/5800 zu melden.