Das Fährschiff Deutschland liegt in Puttgarden (Schleswig-Holstein) im Fährhafen. Foto: dpa

Bombendrohung per Telefon: Auf einer Scandlines-Fähre könnte eine Bombe explodieren. Der Fährverkehr zwischen Dänemark und Deutschland wurde gestoppt, Spürhunde durchsuchten Schiffe, vor dem Fährhafen gab es einen langen Stau.

Puttgarden/Rostock/Kopenhagen - Wegen einer Bombendrohung hat die Reederei Scandlines den Fährverkehr zwischen Deutschland und Dänemark über Stunden stoppen müssen. Betroffen waren am Mittwoch die Routen Puttgarden-Rødby und Rostock-Gedser, wie die Reederei und die Polizei mitteilten. Ein Anrufer habe gegen Mittag in Dänemark eine mögliche Bombendetonation auf einem Fährschiff angedroht. Ein konkretes Schiff habe er aber nicht genannt. In Dänemark lief der Fährverkehr nach ergebnislosen Schiffsdurchsuchungen auf Sprengstoff bereits am Nachmittag wieder an, in Puttgarden am Abend.

In Puttgarden und Rostock dauerten Schiffsdurchsuchungen bis in den Abend an. Fähren, die bereits in Dänemark kontrolliert worden waren, konnten nach ihrer Ankunft in Puttgarden neu beladen werden und am Abend die Ostseeinsel Fehmarn Richtung Dänemark wieder verlassen. „Die dänische Polizei konnte schneller agieren, weil durch einen Zufall starke Kräfte in der Nähe waren“, sagte ein Sprecher der Lübecker Polizei.

Wie lange das Durchsuchen von drei in Puttgarden liegenden Fähren mit Sprengstoffsuchhunden dauern würde, war laut Lübecker Polizei nicht abzusehen. Eine weitere Fähre, die „Schleswig-Holstein“, musste stundenlang auf der Ostsee vor Puttgarden warten. Sie durfte nicht in den Hafen, so lange dort noch andere Fähren lagen, erläuterte ein Lübecker Polizeisprecher. Denn die „Schleswig-Holstein war schon auf See gewesen, als die Bombendrohung einging.

„Der Fährhafen Puttgarden wurde gesperrt und der Bahnverkehr gestoppt“, teilte die Lübecker Polizei mit. Vor dem Fährbahnhof stauten sich über mehrere Kilometer vor allem Lastwagen. Die Ausweichparkplätze waren belegt. Ein weiträumiges Parken wurde dringend empfohlen.

Auch in Rostock ein Schiff durchsucht

Im Einsatz waren Kräfte der Landespolizei einschließlich der Wasserschutzpolizei und des Kampfmittelräumdienstes. Die Bundespolizei unterstützte die Maßnahmen ebenfalls umfangreich, wie die Lübecker Polizei mitteilte.

In Rostock lag am Abend noch die „Copenhagen“ im Hafen. Das Schiff, das am Mittag festgemacht hatte, wurde von der Polizei mit Spürhunden durchsucht. Es sei unklar, wie lange der Einsatz dauern werde, sagte eine Polizeisprecherin in Rostock.

Die dänische Polizei teilte mit, sie habe Fähren in Rødby und Gedser aus Sicherheitsgründen geräumt. „Wir haben einen Hinweis bekommen, der es nötig macht, dass wir die Fähren an den beiden Orten untersuchen“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Die Passagiere hätten die Fähren verlassen, die zwischen Rødby und Puttgarden auf Fehmarn sowie Gedser und Rostock verkehren.

In Dänemark konnten die ersten Fähren die Häfen am frühen Nachmittag bereits wieder verlassen. „Die Polizei wird aber weiter vor Ort bleiben und weitere Untersuchungen in der Gegend und auf den Schiffen in Rødby und Gedser vornehmen“, hieß es in einer Mitteilung. Die Evakuierung sei „still und ruhig und ganz ohne Dramatik“ vor sich gegangen.

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