Das Verhältnis von Hebammen zu Schwangeren soll auf den Geburtsstationen höchsten eins zu zwei sein. Ein Förderprogramm des Gesundheitsministerium soll dazu beitragen, das Ziel zu erreichen. Foto: dpa/Sina Schuldt

Seit Jahren ist die Lage der Hebammen prekär, es herrscht ein dramatischer Mangel. Der Gesundheitsminister will das ändern: Bis 2023 sollen rund 600 neue Vollzeitstellen in Kliniken entstehen.

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will mit einem auf drei Jahre befristeten Förderprogramm für zusätzliche Hebammenstellen in Krankenhäuser sorgen. Das Programm ist zielgerichtet auf Kliniken ausgelegt, die mehr als 500 Geburten im Jahr aufweisen. Das geht aus einer Formulierungshilfe des Gesundheitsministeriums an die Fraktionen von Union und SPD hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Erwartet wird, dass mit Hilfe des Programms bis 2023 etwa 600 zusätzliche Stellen in den Krankenhäusern geschaffen werden können.

Auslöser des Programms ist das Ergebnis eines vom Bundesgesundheitsministeriums in Auftrag gegebenen Gutachtens zur Beschäftigungs- und Arbeitssituation von Hebammen und Entbindungspflegern. Es war zum Ergebnis gelangt, dass es zwar keinen generellen Hebammenmangel, aber Belastungsspitzen auf Geburtsstationen einzelner Kliniken gibt.

Je 500 Geburten eine halbe Stelle

Die vom Ministerium nun vorgelegte Förderung sieht einen Schlüssel vor, nach dem pro 500 Geburten jeweils eine halbe Vollzeitstelle förderungsfähig ist. Auch zusätzliches Assistenzpersonal für die Geburtshilfe wird finanziert. Die Förderung dieser Assistenzstellen ist auf maximal zehn Prozent der in Vollzeitkräften umgerechneten Gesamtzahl der zum 1. Januar 2020 beschäftigten Hebammen begrenzt.

„Werdende Mütter benötigen unsere unbedingte Unterstützung“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unserer Zeitung. Die zusätzliche Förderung solle sicherstellen, dass die Geburtsstationen der Kliniken ausreichend Personal hätten. Zusätzlich könnten die Kliniken in diesem Rahmen auch Geburtsassistenten einstellen. Der Start ins Leben „braucht Geborgenheit“, sagte der Minister Jens Spahn unserer Zeitung.

Bis 2022 soll über Neueinstellungen berichtet werden

Die Situation der Hebammen ist seit Jahren prekär, sowohl in den Kliniken als auch auf dem freien Markt herrscht ein dramatischer Fachkräftemangel. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen soll nun jährlich, erstmals zum 30. Juni 2022 dem Ministerium einen Bericht über die nach dem Förderprogramm vorgenommenen Neueinstellungen vorlegen. Der Bericht soll darlegen, ob das Programm dazu beigetragen hat, das durchschnittliche Betreuungsverhältnis von Hebammen und Schwangeren zu verbessern, das nach den Ministeriumsvorgaben mindestens bei eins zu zwei liegen soll.

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