Facelift VW wertet den Golf auf

Von abob 

Der neue Golf ist bald auch in der Farbe Kurkumagelb bestellbar. VW hat seinem Bestseller zahlreiche innovative Technologien verpasst. Foto: Hersteller
Der neue Golf ist bald auch in der Farbe Kurkumagelb bestellbar. VW hat seinem Bestseller zahlreiche innovative Technologien verpasst. Foto: Hersteller

Der Golf steht für Volkswagen wie kein zweites Modell. 33 Millionen Mal wurde er weltweit seit seiner Einführung im Jahr 1974 verkauft. Jetzt verpasst VW der siebten Generation ein Update.

Mitten auf dem Wolfsburger Fabrikgelände im Markenhochhaus hat Volkswagen den neuen Golf der Öffentlichkeit präsentiert. Dafür, dass es sich um den Bestseller des Hauses handelt, war der Ort der Enthüllung geradezu unspektakulär ausgewählt. Aber es handelt sich ja auch nicht um ein ganz neues Modell, sondern nur um ein Facelift der seit 2012 gebauten und über 3,2 Millionen Mal verkauften siebten Generation. Der überarbeitete Golf soll ab Frühjahr des kommenden Jahres auf den Markt kommen und die Wartezeit bis zur achten Generation überbrücken.

Was ist anders? Auf den ersten Blick gibt es gar nicht so viel Neues zu entdecken. Das Designer-Team um Klaus Bischoff hat ein paar Linien nachgezogen, Scheinwerfer und Rückleuchten modifiziert. Auffällig sind die neuen LED-Scheinwerfer mit adaptivem Kurven- und Fernlicht.

Weit mehr Innovationen verbergen sich unter dem Blech. Vieles, was man in den größeren Modellen vermutet, steckt im neuen Golf. Er ist künftig mit Stauassistent, Trailer-Assist oder Einparkhilfe als erstes Modell seiner Klasse teilautomatisiert unterwegs. VW ist nicht selten Vorreiter, wenn es darum geht, moderne Technik wie schon ABS, Airbag und ESC in die Fahrzeuge für Otto Normalverbraucher zu bringen.

Innen fällt auf Anhieb das 12,3 Zoll gro- ße, voll digitalisierte Kombiinstrument auf. Auf das gegen Aufpreis erhältliche Active Info Display kann sich der Fahrer Informationen zu Fahr-, Navigations- und Assistenzfunktionen in die Grafikflächen des Tachos und Drehzahlmessers anzeigen lassen. Die eigentliche Schaltzentrale ist jedoch das Display zwischen Fahrer und Beifahrer. Die Basisausstattung muss sich noch mit einem 6,5-Zoll-Bildschirm begnügen.

Ab Dezember kann der Golf bestellt werden

High End ist das Topsystem Discover Pro (inklusive Navigation) mit einem 9,2 Zoll großen Touchscreen. Tasten und Regler sucht man beim kombinierten Bedien-, Entertainment und Navigationssystem vergeblich. Das neue Discover Pro lässt sich nicht nur über Sprachbefehle und Berührung, sondern auch mit Gesten steuern. Über eine Schnittstelle vernetzt es sich mit dem Appleoder Android-Smartphone des Fahrers und spielt auf Wunsch Apps auf den Bildschirm.

Was gibt es Neues unter der Motorhaube? Eigentlich nicht viel. Neu ist ein 110 kW/150 PS starker Turbobenziner mit Direkteinspritzung und variabler Zylinderabschaltung. Zu diesem 1.5-TSI-Aggregat gesellt sich später die BlueMotion-Variante mit 96 kW/130PS. Und der Golf GTI soll künftig zehn PS mehr unter der Haube haben. Bestellt werden kann der Neue ab Dezember – zu Basispreisen, die nicht über den jetzigen liegen sollen. Bestellungen für den E-Golf, dessen Reichweite auf 300 Kilometer verlängert werden soll, und für das Plug-in-Hybrid-Modell GTE nimmt VW allerdings erst Anfang kommenden Jahres entgegen. Hier ist mit einer Auslieferung nicht vor Mitte 2017 zu rechnen.

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