Der EZ-Pokal ist immer auch ein Formtest. Die allermeisten Handballerinnen und Handballer können Zuversicht aus ihrem Auftritt ziehen.
Beim EZ-Handballpokal ging es am 3., 4. und 6. Januar schon zum 30. Mal für die Männer und zum zweiten Mal für die Frauen um Ruhm, Ehre und Pokale. Aber nicht nur – natürlich war das Turnier auch eine Standortbestimmung für den Start ins Ligajahr. Die meisten Spielerinnen und Spieler sowie ihre Trainerinnen und Trainer konnten neben Erkenntnissen auch Selbstvertrauen mitnehmen – aber nicht alle.
Männer
TSV Neuhausen
Die Neuhausener wollten gewinnen, sie haben gewonnen – und das recht souverän. Dass sie von den unterklassigeren Gegnern durchaus gefordert wurden, war Trainer Daniel Brack mehr als recht. Er konnte eine neue Abwehrvariante testen und etwa Nachwuchsmann Laurin Huss, gerade für die kommende Saison mit seinem ersten Drittliga-Vertrag ausgestattet, viel Spielzeit geben, wovon er auch in der Liga mehr bekommen soll. Der EZ-Pokal 2026 war für den neuen Rekordsieger also nicht nur ein Erfolg, weil er erneut den Wanderpokal mitnehmen durfte.
TV Plochingen
Nach den vielen ordentlichen Spielen und dennoch vielen Niederlagen in der Regionalliga tat der bärenstarke Auftritt der Mannschaft gut. Die Plochinger überzeugten in jedem Spiel, erfreuten die – nicht nur aus ihrer Stadt angereisten – Zuschauer auf der vollen Tribüne auch mit einem spannenden Finale gegen Neuhausen und dürften damit bei den Männern den größten Teil vom Selbstvertrauen-Kuchen mit die B 10 hoch genommen haben.
TV Reichenbach
Die Reichenbacher ließen gleich mal mit einem Sieg gegen den ligahöheren TSV Wolfschlugen aufhorchen, kamen dann gegen den Verbandsliga-Konkurrenten TSV Deizisau unter die Räder – und überzeugten im weiteren Turnierverlauf inklusive des am Ende deutlichen Sieges im Spiel um Platz drei gegen den weiteren Ligakonkurrenten Team Esslingen. Passt, das Ligajahr könnte losgehen – tut es aber zum Verdruss von TVR-Coach Jochen Masching erst am 24. Januar, gegen das Team übrigens.
Team Esslingen
Die Esslinger starten bereits an diesem Samstag – und können das mit breiter Brust tun. Gegen Reichenbach fehlte ihnen die Konzentration, ansonsten aber spielten sie, inklusive des verlorenen Halbfinales gegen Plochingen, ein recht überzeugendes Turnier. Wenn sie das mit in die Liga nehmen, werden sie nicht mehr lange Vorletzter sein.
TSV Wolfschlugen
Der Auftritt des Oberligisten war durchwachsen, was aber auch an der dünnen Personaldecke lag. Immerhin stellten die Wolfschlugener die Konkurrenten mit ihrer Siebter-Feldspieler-Variante vor einige Probleme, was ein positiver Erkenntnisgewinn für Trainer Steffen Klett war.
SG Hegensberg/Liebersbronn
Auch Heli-Coach Veit Wager war hin- und hergerissen. Die Defensive hat ihm gar nicht gefallen – wobei er da ja nun weiß, woran er bis zum Start ins Oberliga-Jahr am 24. Januar arbeiten muss. Begonnen hatte die ebenfalls dezimierte Mannschaft mit einem klaren Sieg gegen Deizisau und einem Unentschieden gegen Plochingen stark. Man hat also schon erkannt, was in ihr steckt.
TSV Deizisau
Als Letzter ausgeschieden – aber das heißt nicht viel. Denn, so eng war die Vorrundengruppe 1, mit einem knappen Sieg statt einer knappen Niederlage in ihrem letzten Spiel gegen Wolfschlugen wären die Deizisauer im Halbfinale gestanden. Sie können in der Verbandsliga optimistisch in das weitere Rennen um den Aufstieg gehen.
TSV Denkendorf
In der – auf drei Mannschaften geschrumpften – Gruppe 2 wurden die Denkendorfer mit zwei Niederlagen Letzter. Aber gegen Neuhausen spielten sie gut und beim 19:20 gegen das Team abgesehen von der grottigen Chancenverwertung auch nicht schlecht. Und so war Trainer Moritz Müller nicht unzufrieden und konnte einige positive Erkenntnisse ziehen.
Frauen
TSV Wolfschlugen
Zufrieden mit sich waren die Wolfschlugenerinnen und ihr Trainer Simon Hablizel nicht. Aber die Drittliga-Frauen haben wie vom Coach gefordert den Pott geholt und überbewerten wird dieser die nicht immer souveränen Vorstellungen nicht. Wenn es am 17. Januar gegen den HC Erlangen geht, könnte eher ein Problem sein, dass sich der HCE ein bisschen zum Angstgegner der Wolfschlugenerinnen entwickelt hat. Und, von der reinen Ergebnisseite betrachtet: Beim EZ-Pokal gab es ausschließlich Siege.
TSV Neckartenzlingen
Dieses Team soll „nur“ in der Verbandsliga spielen? Ja, aber dort stehen die Neckartenzlingerinnen ganz oben. Kein Team hat beim EZ-Pokal so viel Lob eingeheimst, und das in einer Gegend, in der es noch nicht so viele Handballfans gesehen haben. In der Abwehr leidenschaftlich, im Angriff frisch und flott – stark war das. Es ist jedenfalls kaum vorstellbar, dass der Weg in der Rest-Runde nicht in einer Aufstiegsfeier endet. Das ohnehin große Selbstvertrauen jedenfalls ist weiter gewachsen.
HSG Leinfelden-Echterdingen
Aufgrund fehlender Hallenkapazitäten waren die HSG-Frauen ohne vorheriges Training im Sportpark Weil angetreten und in der Regionalliga lief es im abgelaufenen Jahr nicht so berauschend. Der EZ-Pokal dürfte in Sachen Selbstvertrauen beim Team der aus Deizsiau stammenden Trainerin Moni Binder wenig geändert haben. Es war okay, hatte aber auch keine Booster-Qualitäten.
TSV Heiningen
Die Heininger Oberliga-Frauen können mit sich zufrieden sein: Gegen die unterklassigeren Teams gewonnen, gegen die eine Liga höher spielende HSG aus Leinfelden-Echterdingen zwei Mal trotz Niederlage gut gespielt – passt und das Vorhaben könnte klappen, in der Liga zumindest vom unteren ins vordere Mittelfeld zu klettern.
SG Hegensberg/Liebersbronn
Die Berghandballerinnen schielen in der Verbandsliga Richtung Aufstieg und auch sie haben trotz des Ausscheidens in der Vorrunde beim EZ-Pokal gezeigt, was sie können. Mindestens als okay kann man den Auftritt bezeichnen.
TSV Denkendorf
Am unzufriedensten im Kreis der Trainer war Denkendorfs Christoph Hönig. Er war vor allem nach der Niederlage gegen Neckartenzlingen bedient – wusste da aber noch nicht, wie weit die Gegnerinnen kommen würden. Aber es sind ja noch ein paar Einheiten bis zum Oberliga-Jahresstart am 24. Januar und zumindest weiß Hönig, wo er vor allem ansetzen muss.
TV Reichenbach
Die Reichenbacherinnen haben auch alle Spieler verloren, waren als Landesligist aber das unterklassigste Team im Teilnehmerinnenfeld. Coach Frank Rilling schaute freilich vor allem darauf, wie sein Team auftrat und konnte da ziemlich zufrieden sein. Ihre Liga führen die Reichenbacherinnen souverän an und die Spiele gegen stärkere Teams beim EZ-Pokal haben sie noch ein Stück weitergebracht.