Im Halbfinale gegen Neckartenzlingen feuert Mona Binder, Trainerin der HSG Leinfelden-Echterdingen, ihre Spielerinnen vergeblich an. Foto: Robin Rudel

Bei den Frauen gibt es im Halbfinale des EZ-Handballpokals eine dicke Überraschung. Bei den Männern behaupten sich hingegen die Favoriten.

Eigentlich waren die Vorzeichen für die Halbfinal-Partien beim EZ-Handballpokal klar. Viermal stand am Dreikönigstag ein Duell zwischen Groß und Nicht-ganz-so-Groß auf dem Programm. Die Favoritenrollen waren also entsprechend verteilt. Bei den Männern lief denn auch alles der Papierform entsprechend: Regionalligist TV Plochingen setzte sich gegen Verbandsligist Team Esslingen durch, während Drittligist TSV Neuhausen den anderen Verbandsliga-Vertreter TV Reichenbach schlug. Bei den Frauen gab es indes eine echte Überraschung: Der in der Verbandsliga beheimatete TSV Neckartenzlingen bezwang den zwei Klassen höher spielenden Regionalligisten HSG Leinfelden-Echterdingen. Drittligist TSV Wolfschlugen gab sich gegen das Oberliga-Team des TSV Heiningen derweil keine Blöße.

 

Frauen

In der ersten Begegnung der Vorschlussrunde sorgten Handballerinnen des TSV Wolfschlugen recht schnell für klare Verhältnisse. Bereits nach zehn Minuten lag Heiningen mit 4:9 zurück. Vor allem an der sehr offensiven 3:2:1-Abwehr des Drittligisten biss sich der Außenseiter zunächst die Zähne aus. Heiningen fand danach zwar besser ins Spiel, rannte dem Rückstand aber bis zum Schluss vergeblich hinterher. Auf weniger als einen Vier-Tore-Abstand schmolz der Vorsprung der Wolfschlugenerinnen nicht mehr zusammen. Am Ende stand eine 22:15-Sieg des Favoriten auf der Anzeigentafel. Heiningens Trainer Sven Fischer war dennoch nicht unzufrieden: „Wir haben uns relativ gut präsentiert, vor allem wenn man bedenkt, dass wir zwei Klassen tiefer spielen.“

Mehr als schwer tat sich hingegen – wie schon beim Köngener Vesalius-Cup im vergangenen September – die HSG Leinfelden-Echterdingen in ihrem Halbfinale gegen den TSV Neckartenzlingen. Der Underdog übernahm schnell die Führung, ehe sich die HSG berappelte und zum Ende der ersten Hälfte mit 9:8 führte. Es folgte allerdings ein Neckartenzlinger 6:1-Lauf, der die Weichen für das Team von Trainer Chris Slawitsch endgültig auf Sieg stellte. Der HSG gelang in den letzten Minuten lediglich noch ein wenig Ergebniskosmetik. TSV-Torhüterin Rebekka Wieder, die sich als sicherer Rückhalt erwies, freute sich über den letztlich recht sicheren Erfolg: „Man hat schon gemerkt, dass wir etwas aufgeregt waren, aber am Schluss hat es ja doch gereicht“, sagte sie und lobte vor allem die „gute Abwehrleistung am Schluss“ und „den Zusammenhalt im Team“.

Männer

Zwischen dem TV Plochingen und dem Team Esslingen entwickelte sich im ersten Halbfinale bei den Männern zunächst ein offener Schlagabtausch. Zur Pause führte der TVP lediglich mit 8:6. Auch danach ließ sich der Verbandsligist nicht abschütteln, kam aber auf der anderen Seite auch nicht entscheidend heran. Der Regionalligist tat bis zur Schlusssirene genau das, was er tun musste und brachte – wiederum mit einem 8:6 – den letztlich verdienten 16:12-Erfolg unter Dach und Fach. Team-Trainer Timo Flechsenhar fand im Anschluss, „dass wir’s gegen Plochingen ganz ordentlich gemacht haben“. Seine Spieler hätten umgesetzt, was man sich vorgenommen habe. „Das wird uns vor allem für nächsten Samstag helfen, wenn es gegen die SG Hofen/Hüttlingen wieder um Punkte geht“, hofft Flechsenhar.

Gegen den Drittligisten TSV Neuhausen hielt EZ-Pokal-Ausrichter TV Reichenbach im ersten Drittel des zweiten Halbfinales gut dagegen. Nach zehn Minuten stand es 7:7. Allerdings sorgte der Drittligist mit einem Zwischenspurt noch vor der Pause für klare Verhältnisse und warf eine 15:8-Führung heraus. Der Rest des Spiels war für den Favoriten dann nur noch Formsache . Nach 23 Minuten war beim Stand von 22:12 erstmals ein Zehn-Tore-Abstand hergestellt, woran sich bis zum Endstand von 26:16 nichts mehr ändern sollte. Enttäuscht war TVR-Coach Jochen Masching dennoch nicht: „Wir hatten uns zwar vorgenommen, dass wir Neuhausen etwas länger ärgern können“. Hinten raus sei dann aber die Klasse entscheidend gewesen, weshalb der Sieg des Favoriten auch in dieser Größenordnung verdient gewesen sei, sagte Masching – und blickte sofort nach vorne: auf das Spiel um Platz drei.