Jonas Deichmann auf seinem Deutschland-Triathlon. Foto: Deichmann

Vor kurzem hat der Extremsportler Jonas Deichmann, 33, Deutschland in gut 30 Tagen mit einem Triathlon umrundet. Das war nur der Testlauf für die nächste Mammutaufgabe des gebürtigen Stuttgarters.

Stuttgart - Für die meisten wäre es eine Strapaze. Für den Extremsportler Jonas Deichmann war’s eine Trainingstour, als er kürzlich in einem 16-fachen Triathlon Deutschland umrundete.

 

Herr Deichmann, Sie haben Deutschland schwimmend, auf dem Rad und zu Fuß umrundet. Wo hat es Ihnen am besten gefallen?

Natürlich in den Bergen, im Erzgebirge und in den bayerischen Alpen, da war es wunderschön.

Obwohl es auch bergauf ging?

Ist mag das, auch wenn ich mit der Achillessehne Probleme bekam. Die Berge machen mir einfach Spaß. Die 200 Kilometer am Inn entlang waren zwar weniger anstrengend, aber langweilig.

Bisher waren Sie zumeist allein unterwegs. Jetzt hatten Sie plötzlich Begleiter.

Stimmt, alles in allem hatte ich so hundert Leute an meiner Seite. Man konnte sich unterhalten, das war toll. Dadurch wird man zwar langsamer, aber das spielte in dem Fall keine Rolle. Für mich war die Tour eine Art Trainingslauf, bevor es um die Welt geht.

Ihre Begleiter haben am Straßenrand auf Sie gewartet?

Ja, die haben meine Tour auf Social Media verfolgt – und konnten dann richtig dabei sein, meist nur für ein paar Kilometer. Einen ganzen Tag lief oder fuhr niemand mit.

Auf der Rad-Etappe, steht auf Ihrer Homepage, wurden Sie zum Übernachten eingeladen.

Stimmt, ich musste nie in ein Hotel. Etwa die Hälfte der Nächte wurde ich eingeladen. Sonst schlief ich im Zelt. Beim Laufen war das anders, da wollte ich keinen Umweg machen, nur um irgendwo unterkommen zu können. Also schlief ich mit dem Schlafsack unter freiem Himmel, was bei schönem Wetter kein Problem ist. Bei Regen ist dann auch mal die Nacht um vier vorbei.

Selbst Corona kann Sie nicht aufhalten. Wollen Sie wirklich Ihren Triathlon um die Welt am 26. September in München starten?

Das habe ich vor. Ich will ja keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen. Falls ich irgendwo zwei Wochen in Quarantäne müsste, wäre das kein Beinbruch. Aber ich musste die Route etwas anpassen. Iran, Pakistan und Indien lasse ich aus. Ich werde mit dem Rad die Nordroute über Sibirien und die Gobiwüste nehmen.

Wo es recht kalt werden kann.

Bis zu minus 40 Grad. Aber ich mache am 21. September einen interessanten Test. Eine Bahntochter hat mich in die Gegend von Hannover eingeladen, wo die eine Kältekammer betreiben, in der man Schneestürme von minus 20 Grad simulieren kann.

Ist Ihr Triathlon um die Welt mehr eine psychische oder mehr eine physische Herausforderung?

Eher psychisch, denn du weißt, dass du jeden Tag weitermusst. Aber ich bin gut vorbereitet. Wer 70 Kilometer durch den Bodensee schwimmen kann, schafft auch 500 Kilometer im Meer.