Schmiden. Das Gustav-Stresemann-Gymnasium geht Bildungspartnerschaft mit einem Unternehmen ein. Von Eva Herschmann

Schmiden. Das Gustav-Stresemann-Gymnasium geht Bildungspartnerschaft mit einem Unternehmen ein. Von Eva Herschmann

Das Projekt hat einen plakativen Namen: Randstad@Gymnasium ist der Titel der Schulpartnerschaft, die das Schmidener Gustav-Stresemann-Gymnasium (GSG) mit dem Personaldienstleister eingegangen ist. Vom kommenden Schuljahr an werden zwei feste Ansprechpartner aus dem Unternehmen bis zu 20 Schüler zwei Jahre lang begleiten, fördern und fordern, um sie optimal auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten.

GSG-Direktor Marcus Vornhusen und Andrea Dauch, Regional Director bei Randstad, unterzeichneten am Montag den Kooperationsvertrag im Beisein von Claudius Audick von der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart (IHK). "Wir wollen unsere Schüler nach dem Abitur nicht einfach ins kalte Wasser werfen, aber wir sind ein allgemeinbildendes Gymnasium und haben in diesem Bereich keine Kompetenz", sagte der Schulleiter, der sich von nun an Erfahrung ins Haus holt. Davon profitieren die 75 Schüler der Kursstufen, wobei die Gruppe, die gecoacht wird, maximal 20 Teilnehmer haben wird. Einmal im Vierteljahr werden die externen Experten nach Schmiden kommen und eine Unterrichtseinheit bestreiten. Auf dem Bildungsplan stehen unter anderem Themen wie "Was erwartet die Wirtschaft/Universität von Abiturienten", "Selbstbild und Fremdbild" oder "Das Bewerbungsgespräch". Auch ein "Assessment Center" wird simuliert. Diesem Auswahlverfahren, das mehrere Stunden dauert, müssen sich Bewerber in immer mehr Unternehmen stellen.

Das GSG ist bundesweit das zweite Gymnasium, mit dem Randstad kooperiert. Basis der Zusammenarbeit ist die Vereinbarung über den Ausbau von Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen in Baden-Württemberg aus dem Jahr 2008. "75 Gymnasien in der Region Stuttgart haben inzwischen mindestens eine Bildungspartnerschaft", sagte der IHK-Vertreter Claudius Audick.

Der Personaldienstleister hat 2008 damit begonnen, Haupt- und Berufsschüler in ihrer Berufsfindungs- und Bewerbungsphase zu unterstützen. Nach "Du bist ein Talent", bei dem das Unternehmen mit 39 Hauptschulen in Deutschland zusammenarbeitet, soll nun Randstad@Gymnasium als neues Konzept für Gymnasien etabliert werden. "Rund 70 000 Studenten brechen jährlich ihr Studium ab, dem wollen wir entgegensteuern", sagte Claudia Nies, Projektmanagerin für Initiativen zur Förderung des Nachwuchses. Doch da bei dem neuen Projekt Führungskräfte in die Rolle der Dozenten schlüpfen, werde die Zahl der Gymnasien klein bleiben. "Wir werden wohl mit maximal vier kooperieren können."

Marcus Vornhusen ist froh, dass sein Gymnasium zu dem kleinen Kreis zählt. Ein Probelauf vor den Sommerferien sei jedenfalls erfolgreich gewesen, sagt der GSG-Direktor. Andrea Dauch kann das bestätigen: "Die Schüler waren engagiert, diszipliniert und konzentriert bei der Sache, obwohl wir bewusst Stresssituationen eingebaut haben, etwa, dass wir zur angegebenen Zeit keine Pause gemacht haben."

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