Norbert Nieser hat Kamele auch schon in der Wüste fotografiert. Foto: dpa

Norbert Nieser, ein Galerist und Fotograf aus Stuttgart-Degerloch, hat eine besondere Aufgabe bei der Expo in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Gründe dafür sind spannend.

Degerloch - Die Weltausstellung Expo 2020 ist wegen Corona auf nächstes Jahr verschoben worden. Sie wird in den Vereinigten Arabischen Emiraten sein. Der Fotograf und Galerist Norbert Nieser aus Degerloch ist als Berichterstatter eingeladen. Wie kommt das?

Herr Nieser, wie kam der Kontakt in die Emirate zustande?

Ich habe durch Zufall ein paar Emiratis kennengelernt. Die haben mich gefragt, das war letztes Jahr im Oktober, ob ich Lust hätte, Japanern in einem Workshop zu zeigen, wie man Kamele, Rennpferde und Falken richtig fotografiert. Da habe ich gesagt: gar kein Thema. Man hat mich nach Abu Dhabi transportiert, und von dort musste ich in den Oman. Das war total spannend. Ich habe mir erst mal Kamelrennen angeschaut. Ich bin mit den Japanern schön in der Wüste dringelegen und habe ihnen gezeigt, wie man so richtig schöne Actionfotos macht. Irgendwie hat sich daraus eine Freundschaft entwickelt. Ich wurde dann auch weitergereicht. Wir statten in Dubai auch Hotels aus mit unserer Fotokunst. Wahrscheinlich durch diesen Bekanntheitsgrad wurde ich wieder angesprochen.

Die Expo wurde auf 2021 verschoben. Was wird Ihre Aufgabe sein?

Eigentlich wäre ich jetzt unten, aber wegen Corona ging das ja nicht. Wir haben das in der Hoffnung, dass ich im Oktober runterkann, verschoben. Dann soll ich das Expo-Gelände dokumentieren. Ich brauche zwei bis drei Wochen Zeit dafür und kann da gemütlich rumlaufen. Ich komme überall rein, habe meine VIP-Ausweise. Zur Eröffnung in Dubai finden viele Festlichkeiten mit dem Prinzen und, und, und statt. Da sind wir auch als VIP-Fotografen geladen.

Wie bereiten Sie sich darauf vor?

Gar nicht (lacht laut). Da bin ich eigentlich immer relativ spontan. Das muss natürlich zu 150 Prozent funktionieren, und du hast auch Back-ups, aber du kannst dich darauf nicht vorbereiten. Das ist ja eine Reportagefotografie. Bei den Emiratis muss man schon auf der einen Seite sehr bedächtig sein, auf der anderen Seite auch wieder sehr zurückhaltend. Aber die wichtigen Leute kriege ich dann schon vorgestellt. Das entgeht dir nicht. Wenn der Prinz auftaucht, der läuft vorne, den erkennst du sofort, und sein Gefolge von 25 bis 30 Leuten geht demütig zwei Schritte hinter ihm. Ich habe ihn schon zweimal vor der Linse gehabt. Wir haben uns schon unterhalten. Das war aber nur ein Drei-Minuten-Gespräch.

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