Europa fällt im weltweiten Wettbewerb um Künstliche Intelligenz zurück. Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung, meint Wissenschaftsredakteur Werner Ludwig.
Ein 500 Milliarden Dollar schweres KI-Paket in den USA – und ein chinesisches KI-Sprachmodell, das mit überschaubarem Aufwand Erstaunliches leistet: Diese Meldungen der jüngeren Vergangenheit belegen ein weiteres Mal, dass die USA und China das Zukunftsthema Künstliche Intelligenz konsequenter angehen als die EU. Insofern ist es zu begrüßen, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in KI ankündigt und das Thema auch in der EU voranbringen will.
Wettbewerbsvorteil für Konkurrenz aus USA und China
Dass Europa den Anschluss an die KI-Spitzenreiter schafft, ist dennoch nicht ausgemacht. Die USA und China stecken nicht nur viel Geld in KI. Sie haben zudem einen enormen Wettbewerbsvorteil: Die Regulierung kritischer Anwendungen, die Transparenz von Algorithmen oder der Datenschutz spielen dort keine allzu große Rolle. Für einen fairen Wettbewerb wäre eigentlich ein globales Regelwerk zur verantwortlichen KI-Nutzung nötig. Das ist mit Trumps Amtsantritt jedoch in weite Ferne gerückt.
Die EU und ihre Mitglieder müssen nun versuchen, mit den USA und China Schritt zu halten, ohne die KI-Regulierung aus den Augen zu verlieren. Zudem muss die Politik verhindern, dass weiterhin nur eine kleine Elite von den Produktivitätsfortschritten durch KI profitiert, während andere um ihre Jobs bangen müssen. Um dafür praktikable Regelungen zu finden, braucht es eine Menge natürliche Intelligenz.