Ein Vortragsabend in Kernen widmet sich der Lebensgrundlage Boden. Experten beleuchten religiöse, wissenschaftliche und landwirtschaftliche Perspektiven und überraschende Einsichten.
Der Boden ist die Lebensgrundlage des Menschen – und Thema eines von Matthias Uhlig moderierten Vortragsabends, den die Ortsgruppe Kernen des BUND und die evangelische Gesamtkirchengemeinde am Dienstag, 27. Januar, im evangelischen Gemeindehaus in Rommelshausen, In den Kirchgärten 1, veranstalten.
Von 19.30 Uhr an beleuchten drei Referenten das Thema aus verschiedenen Perspektiven: Der Theologe Peter Haigis, ehemals Pfarrer in Stetten, spricht unter dem Titel „Jeder Teil dieser Erde ist meinem Volk heilig“ über religiöse, philosophische und ethische Aspekte zum Umgang mit menschlichem Lebensraum. Dass Menschen ihren Lebensraum in Quadratmetern abstecken, sei ein vergleichsweise altes Phänomen, so Haigis: „Es geht zurück auf die kulturgeschichtliche Phase der Sesshaftwerdung. Landnutzung und Landbesitz fanden jedoch über die Jahrhunderte hinweg ganz unterschiedliche Gestaltungsformen.“ Einige davon stellt der Referent in seinem Vortrag vor, einschließlich ihrer kulturellen, sozialen und ökonomischen Hintergründe.
Bodenexperte und Landwirt sprechen
Ludger Herrmann, Bodenkundler an der Universität Hohenheim, legt in seinem Vortrag „Was wir mit Füßen treten“ den Fokus auf wissenschaftliche Aspekte aus dem Themenbereich Boden. Welche Eigenschaften hat er, was kann er und welche Gefahren drohen? „Meistens sehen wir nur den Oberboden, die meisten Leistungen erhalten wir aber von den Unterböden, die im Dunklen liegen“, so der Wissenschaftler. Mit seinem Vortrag will er Licht in dieses Dunkel bringen, für die Funktionen und den Einfluss unseres Handelns auf die Böden sensibilisieren.
Der Dritte im Bunde ist der Landwirt Helmut Bleher. Der Geschäftsführer des Bauernverbands Schwäbisch Hall, Hohenlohe, Rems beleuchtet, wie moderne Landwirte auf ihre Lebensgrundlage, fruchtbaren Boden, blicken, und die Frage, wie man gegenseitiges Verständnis wecken kann.