Axel Hartz weiß, die Kunden kommen auch künftig um einen Sendersuchlauf nicht herum. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Die Erweiterung des Senderangebots im Kabelfernsehen hat bei vielen Nutzern Verwirrung ausgelöst. Experte Axel Hartz,
Professor an der Hochschule der Medien, klärt auf.

Stuttgart - Axel Hartz ist Professor für Fernsehproduktionstechnik an der Hochschule der Medien Stuttgart. Er erklärt, warum bei neuen Kabelangeboten alte Programme neu gesucht werden müssen.

Herr Hartz, der Kabelanbieter Unitymedia hat sein Senderangebot erweitert. Müssen, wenn neue Programme hinzukommen, zwangsläufig immer die Sendeplätze neu durchgeschüttelt werden?
Ja – und da können ARD und ZDF überhaupt nichts dafür. Neue Sender besetzen neue Frequenzen. Wenn neue Programme ins Kabelnetz eingespeist werden, verdrängen sie andere, also müssen zwangsläufig Programmplätze aus technischen Gründen neu geordnet werden. Bildlich gesprochen: Unitymedia ist wie ein Kiosk und macht Angebote. Man muss nicht alles gucken. Was man sich da rausholt, muss man selbst entscheiden – und für sich ordnen.
Das bedeutet für die Zuschauer, dass sie bei Umstellungen neu herausfinden müssen, auf welchem Platz sich nun ihr Lieblingssender befindet?
Genau. Sie kommen um einen Sendersuchlauf nicht herum. Das Gute: Die technischen Geräte, die heute verkauft werden, haben die Voraussetzung, alle Programme empfangen zu können. Das Schwierige: Nicht jedes Gerät ist bedienerfreundlich. Der Suchlauf steckt im Menü, doch manchmal versteckt er sich dort auch. Solche Geräte werden per se nicht dafür konzipiert, dass ständig der Suchlauf bedient wird.
Was raten Sie?
Umstellungen und neue Anbieter wird es immer wieder geben. Daher sollte man seinen Fernseher von Anfang an gut kennenlernen, sich mit dem Suchlauf beschäftigen – und die Bedienungsanleitung griffbereit haben. Vieles findet man auch im Internet. Indes muss man da nicht nur wissen, von welcher Marke die Fernbedienung ist, sondern auch noch den genauen Typ kennen. Wenn man den Fernseher kauft, sollte man sich vom Verkäufer oder Techniker, der ihn anliefert, gleich zeigen lassen, wie das Ganze funktioniert. Dann kann man es beim nächsten Mal selber machen.

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