Den Freundinnen Jasmin (links) und Magdalena macht der Parcours mit Experimenten Spaß. Bei dieser Station geht es um den Wasserdruc Foto: Viola Volland

Kindern Physik und Chemie nahezubringen – dieses Ziel hatte sich der Ägyptisch-Deutsche Verein gesetzt und dafür im Generationenhaus Heslach eigens einen Experimentier-Parcours aufgebaut.

S-Süd - Wie viel wiegt Luft? Jasmin will es wissen. Sie hängt einen leeren und einen aufgeblasenen Ballon an einen Kleiderhaken, beobachtet, wie sich der Haken leicht zur Seite neigt. „Weil die Luft eingesperrt ist, ist der aufgeblasene Ballon schwerer“, folgert die Siebenjährige. Richtig! Sie bekommt einen Smiley auf ihren Zettel. Es ist bereits der zweite – acht Stationen muss sie noch bewältigen.

Kann man ohne Klebstoff kleben? Können Kartoffeln Strom leiten? Und warum fällt ein Luftballon immer gleich, wenn man ihm Füße anklebt? Das sind Fragen, auf die Kinder zwischen vier und zehn Jahren bei einer Aktion des Ägyptisch-Deutschen Vereins an diesem Nachmittag im Mehrgenerationenhaus Heslach Antworten finden sollen. Die spielerischen Physik- und Chemieexperimente hat die Chemikerin Erwaa Bishara vorbereitet. Die Ideen hat sie aus entsprechenden Büchern. Sie habe solch einen Experimente-Parcours schon vor einiger Zeit organisieren wollen, als ihre Tochter noch in den Kindergarten ging, erzählt sie. Jetzt hat sie ihre Idee stattdessen hier im Mehrgenerationenhaus verwirklicht – die erwachsenen Helfer sind alle Mitglieder der ägyptischen Initiative aus dem Generationenhaus. Bei den Kindern kommt das Angebot an: Die Veranstaltung ist zwar nicht überlaufen, aber gut besucht.

Als nächstes ist eine Filmvorführung geplant

Jasmin ist schon weiter gehüpft. Die nächste Aufgabe für sie und ihre Freundin Magdalena lautet: aus Papier und Bauklötzen eine Brücke zu bauen, die so stabil ist, dass ein Männchen überall auf ihr stehen kann. Die beiden machen sich, ohne zu zögern, ans Werk und beginnen, jeweils ein Stück Papier zu falten, um dieses auf die Bauklötze zu legen, das Ganze mit einem weiteren glatten Papier zu bedecken und ihre Männchen aufzustellen. Keines wackelt, alles perfekt, die Helferin Olfa ist begeistert: „Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ihr habt eine gefunden.“

Zwei Tische weiter sortiert der achtjährige Vincent Buntstifte. Er reiht sie alle nebeneinander auf, dann legt er ein Buch auf die Stifte und zieht es an einem Gummiband über die Stifte. Am Ende angekommen, legt er Stifte von hinten nach vorne, um das Buch wieder weiterziehen zu können. „Jetzt siehst Du, welchen Aufwand die alten Ägypter auf sich nehmen mussten, um die riesigen Steine zu transportieren“, sagt die Helferin Fauzeya Kayed. Sie gibt Vincent einen Smiley auf seinen Auswertungsbogen. „Ich kann das gut, mein Opa kennt sich mit Elektronik aus“, sagt der Grundschüler und geht zum nächsten Experiment. Hier bringen die Kinder mit mehreren Kartoffeln eine Leuchtdiode zum Glimmen.

Es ist nicht die erste Veranstaltung des Ägyptisch-Deutschen Vereins im Mehrgenerationenhaus gewesen: Die Mitglieder bieten auch Arabischkurse für Kinder und Erwachsene an. Bei einer weiteren zurückliegenden Aktion bastelten Kinder Pharaonenkleider. Die nächste Veranstaltung des Vereins steht bereits fest: am Sonntag, 21. April, wird der ägyptische Kultfilm „Terror und Kebab“ mit deutschen Untertiteln im Mehrgenerationenhaus gezeigt. Er spießt das Bürokratie-Unwesen in dem nordafrikanischen Land auf. Dazu gibt es ägyptische Spezialitäten. Weil der Film als Videoprojektion gezeigt wird, ist die Qualität nicht besonders gut. Dafür ist der Eintritt aber frei.

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