Wendelin Wiedeking beim Strafprozess vor dem Landgericht Stuttgart Foto: dpa

Jahrelang ermittelte die Justiz gegen den Ex-Porsche-Chef. Jetzt ist er wieder ein freier Mann.

Stuttgart - Der umstrittene Freispruch des Landgerichts Stuttgart für den früheren Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und seinen ehemaligen Finanzvorstand Holger Härter wird nach Informationen unserer Zeitung am heutigen Donnerstag rechtskräftig werden. Demnach plant die Staatsanwaltschaft Stuttgart, die Revision gegen den Freispruch zurückzuziehen, die sie nach Verkündung des Urteils eingelegt hatte.

Grund für die Entscheidung sind offenbar die geringen rechtlichen Mittel, mit denen ein Urteil im Rahmen einer Revision angegriffen werden kann. Bei einer Revision werden lediglich die schriftlichen Urteilsgründe und die Verhandlungsprotokolle bewertet, während es nicht zulässig ist, Zeugen erneut zu vernehmen und deren Aussagen neu zu bewerten.

Scharfe Kritik an den Anklägern

Kritiker hatten dem Gericht vorgeworfen, die Zeugen – meist Mitarbeiter und Berater von Porsche – nicht ausreichend nach möglichen Interessenkonflikten befragt zu haben. Eine erneute Beweisaufnahme ist nur nach einer sogenannten Berufung möglich, mit der zwar Urteile von Amts-, nicht aber von Landgerichten angegriffen werden können.

Das Gericht hatte seinen Freispruch mit scharfer Kritik an den Anklägern verbunden. Zur Wahrung der Frist hatte die Staatsanwaltschaft zunächst Revision eingelegt.

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