Existenzgründer Landesregierung will Start-ups weiter fördern

Von Julia Schenkenhofer 

An der Hochschule der Medien stellen sich auch Existengründer vor. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
An der Hochschule der Medien stellen sich auch Existengründer vor. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Mit Spenden-App oder Telefon-Software: Junge Unternehmensgründer haben sich jetzt der Wissenschaftsministerin Theresia Bauer an der Hochschule der Medien vorgestellt.

Stuttgart - Start-ups boomen. Auch in Baden-Württemberg? Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer folgte am Dienstagabend der Einladung der Hochschule der Medien an der Nobelstraße, um sich selbst ein Bild von Erfolg, Potenzial und Verbesserungswünschen des dort ansässigen Start-up Center zu machen.

Dabei gibt sich Bauer keiner Illusionen hin, sondern wendet sich mit ehrlichen Worten an die jungen Gründer: „Im Ausland stellen wir Baden-Württemberg immer als innovativste Region in Europa vor, das können wir mit Zahlen belegen. Was wir dort nicht sagen: Wir sind, was die Innovationsdynamik angeht, leicht unter dem Durchschnitt. Daran müssen wir aktuell arbeiten“. Um der Ministerin einen Einblick in die Gründerszene zu geben, stellten am Abend drei Start-ups an der Hochschule ihre Geschäftsideen vor.

Banking-App zum Spenden sammeln

Helpmate von Sabrina Scherer, Lena Euchenhofer und Larissa Lang verfolgt in erster Linie kein wirtschaftliches, sondern ein soziales Ziel. Die an eine Banking-App gekoppelte Spendenmethode sammelt Mikrobeträge nach dem „Bitte aufrunden“-Prinzip und schüttet diese an Projekte aus, die der User aus einem Pool an geprüften Institutionen auswählen kann. „Die Idee wurde in unserem sechsten Semester geboren. Mit Helpmate möchten wir dem User helfen, Gutes zu bewirken. Denn wir glauben, wenn jeder einen kleinen Beitrag leistet, kann Großes passieren,“ sagen die drei Gründerinnen über ihr Projekt. Momentan steckt ihre Idee allerdings noch in den Kinderschuhen. Ihr derzeitiges Ziel: „ein Geschäftsmodell mit dem wir richtig durchstarten können.“ Niels Liebisch, Ulf und Jens Kühnapfel sind da schon ein Stück weiter. Mit ihrem Start-up VirtualQ haben sie bereits erste Investoren gewonnen. Und auch für die Zukunft sind sie positiv gestimmt: „In den nächsten Monaten wird viel passieren, das wird stark“, verrät Jens Kühnapfel.

Software zur Überbrückung von Wartezeiten

Was genau das sein wird, bleibt das Geheimnis der Jung-Unternehmer, die gemeinsam eine Software zur Überbrückung von Wartezeiten am Telefon entwickelt haben. Auf dem Weg zum erfolgreichen Unternehmen mussten die drei schnell feststellen, dass eine Gründung nicht immer wie im Lehrbuch verläuft: „Unsere Idee war ursprünglich eine ganz andere, sie hatte gar nichts mit dem Telefon zu tun. Aber die Idee ist beim Start-up egal“, sagt Jens Kühnapfel, und weiter: „Aus den dümmsten Ideen wurden schließlich die erfolgreichsten Unternehmen, beispielsweise Facebook oder Airbnb. Am Ende entscheidet das Team, man muss sich finden, ergänzen und smart sein,“ so Kühnapfel.

Um die Vernetzung der Start-ups weiter voran zu treiben, wendeten sich die Mitarbeiter und Gründer am Ende des Abends schließlich noch mit einem Wunsch an die Ministerin Bauer: ein unabhängiges Start-up-Center, das als Anlaufstelle für alle dient und in dem junge Gründer von den Erfahrungen anderer lernen können. Denn das fehlt laut Jens Kühnapfel momentan in Deutschland.

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