Keine Abfindung aber dafür volle Bezüge: Obwohl Lutz Meschke nicht mehr als Vorstand der Porsche SE arbeitet, erhält er bis zum 30. Juni 2030 sein Gehalt. Foto: Imago/Sportfoto Rudel

Lutz Meschkes Vertrag bei der Porsche SE bleibt für 4,5 Jahre lang bestehen. Die Regelung könnte gegen den Kodex über gute Unternehmensführung verstoßen.

Lutz Meschke erhält für weitere 4,5 Jahre seine Bezüge als Vorstand der Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE), obwohl er dort nicht mehr aktiv arbeitet. Das zeigt der nun veröffentlichte Geschäftsbericht der Porsche SE.

 

Meschke hat sein Amt als Vorstand für Beteiligungsmanagement der Porsche Automobil Holding SE zum 9. Dezember 2025 niedergelegt. Trotz des Ausscheidens aus dem Vorstand wird Meschke jedoch weiterhin bis zum ursprünglichen Vertragsende am 30. Juni 2030 seine vertragsgemäße Vergütung von der Porsche SE erhalten. Eine Abfindung wurde ihm nicht gezahlt.

Meschke kassiert bis 2030: Volles Gehalt trotz Ausstieg bei Porsche SE

Die Vereinbarung sieht vor, dass Meschkes Dienstvertrag bis zum Ende der ursprünglich vereinbarten Laufzeit am 30. Juni 2030 fortbesteht. Er erhält bis dahin seine fixe Vergütung in Höhe von 850.000 Euro. Hinzu kommen Nebenleistungen, Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung und Boni in variabler Höhe. Im vergangenen Jahr erhielt Meschke eine Gesamtvergütung von rund 1,023 Million Euro. Hinzu kommen, zu einem späteren Zeitpunkt, weitere Boni, womit sein Verdienst rund 1,755 Millionen Euro betragen wird. Nach Angaben des Geschäftsberichts gilt dafür ein Wettbewerbsverbot für Meschke bis zum Ende seines Dienstvertrags Mitte 2030.

Hans Dieter Pötsch ist Vorstandsvorsitzender der Porsche SE und „Nachfolger“ von Lutz Meschke beim Vorstandsposten für Beteiligungsmanagement. Foto: Porsche SE

Weicht die Porsche SE vom Corporate Governance Kodex ab?

Die Porsche SE weicht mit der Regelung mutmaßlich von der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) ab. Dieser Kodex gibt Regeln für „gutes“ Management in deutschen Aktiengesellschaften vor und empfiehlt, Abfindungen bei vorzeitigem Ausscheiden auf höchstens zwei Jahresvergütungen zu begrenzen. „Aus unserer Sicht ist nicht eindeutig, ob sich die Empfehlung nur auf Abfindungszahlungen oder auch auf Zahlungen an ein ausgeschiedenes Vorstandsmitglied aufgrund eines fortbestehenden Dienstvertrags bezieht“, heißt es in dem Geschäftsbericht. Deshalb erkläre die Porsche SE „vorsorglich eine Abweichung der Empfehlung“.

Nach Meschkes Ausscheiden übernahm Hans Dieter Pötsch, der Vorstandsvorsitzende der Porsche SE, zusätzlich die Verantwortung für das Ressort Beteiligungsmanagement. Lutz Meschke war bis zum 25. Februar 2025 auch stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand für Finanzen und IT der Porsche AG. Damals musste er den Sportwagenhersteller verlassen und hat dafür eine Abfindung in Höhe von 11,6 Millionen Euro erhalten.