Glückliche Sieger: Lewis Holtby (li.) feiert mit Berkay Özcan den Pokaltriumph Foto: dpa

Spielerisch ist Berkay Özcan für den Hamburger SV ein Gewinn. Und auch finanziell hat sich der Wechsel des langjährigen Stuttgarters für den Zweitligisten schon bezahlt gemacht.

Hamburg - Kleiner Scherz zum Einstieg: wer hat in dieser Saison mehr Tore im DFB-Pokal geschossen als der VfB Stuttgart? Antwort: Ex-Spieler Berkay Özcan. Der vor zwei Wochen zum Hamburger SV abgegebene Stürmer war der goldene Schütze beim 1:0-Erfolg des Zweitligisten über den 1. FC Nürnberg im Achtelfinale des Pokals. Jenes Wettbewerbs, in dem Özcans Ex-Club in der ersten Runde in Rostock mit 0:2 die Segel gestrichen hatte. Kein Wunder also, dass am Mittwoch die ersten VfB-Fans einem alten Reflex verfielen: Ausgerechnet Özcan . . .

Sein Wechsel für 1,5 Millionen Euro – bei einem HSV-Aufstieg erhöht sich die Ablöse auf drei Millionen – war nicht unumstritten. Stuttgarter Eigengewächs, einer der wenigen Kreativen – Argumente für einen Verbleib des türkischen Nationalspielers gab es. Die sportliche Führung um Michael Reschke war aber nicht restlos überzeugt. Und da auch der Spieler den Wechselwunsch hegte, war der Weg vom Neckar an die Elbe frei.

So kam es zu Özcans Wechsel von Stuttgart nach Hamburg

Wo der Siegtorschütze am Dienstagabend bei seinem Startelf-Debüt zum gefeierten Helden wurde. Abgezockt schob er einen Abpraller aus 13 Metern flach ins Eck. „Als das Tor fiel, konnte ich gar nicht mehr denken. Das war einfach nur ein geiles Gefühl,“ sagte der 20-Jährige, als er mit der Trophäe des „Man of Match“ den Volkspark verließ. Seit an Seit mit Orel Mangala, dem nach einem Schlag auf den Oberschenkel früh ausgewechselten zweiten Ex-Stuttgarter. Der Belgier hat sich in Hamburg zur Stammkraft im defensiven Mittelfeld entwickelt. Unter dem Eindruck der aktuellen sportlichen Lage würde der VfB Mangalas Leihe sicher noch einmal überdenken. Nach dieser Saison soll der 20-Jährige zurückkehren.

Nicht so Berkay Özcan. Der Deutsch-Türke ist jetzt ein richtiger Hamburger Junge, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2023. Sein Treffer bescherte den klammen Hansestädtern den Einzug ins Viertelfinale und damit auch eine Prämie von 1,3 Millionen Euro. Die erste Ausgabe für den Neuzugang ist also schon fast wieder gedeckt.

Welche Rolle spielte Hannes Wolf?

Eine „sehr große Rolle“bei seinem Wechsel in den Norden habe Hannes Wolf gespielt, den Özcan ja noch aus Stuttgarter Zeiten kennt. Kaum ein Trainer würde soviel in seine Arbeit investieren wie Wolf, lobte Özcan den 37-Jährigen. Trotz zweier Niederlagen in den vergangenen drei Zweitligaspielen sind beide vom Aufstieg des HSV überzeugt.

Schnell können in Hamburg die Bäume in den Himmel wachsen. Das durfte auch Özcan am Dienstagabend erfahren, als die Fans des Zweitligisten von noch Höherem träumen. „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, sangen sie noch lange nach Abpfiff.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: