Großes Hallo unter alten Bekannten: Marco Rojas (Mitte) mit VfB-Zeugwart Michael Meusch und dem Maskottchen seines jetzigen Clubs SC Heerenveen in La Manga. Foto: Baumann

Von 2013 bis 2016 stand Marco Rojas beim VfB Stuttgart unter Vertrag, der Ruf des „Kiwi-Messi“ eilte dem 1,68 Meter kleinen Rechtsaußen beim Sprung nach Europa voraus. Heute ist er beim SC Heerenveen – und gern gesehener VfB-Nachbar im Traininglager in La Manga.

La Manga - An seinen ersten Tag beim VfB Stuttgart erinnert sich Marco Rojas noch gut, wegen dem Zeugwart. Michael Meusch nahm den Neuling im Neckarpark damals, anno 2013, gerade raus auf Schwäbisch in Beschlag – und der Neuseeländer mit chilenischen Wurzeln verstand nur Bahnhof. Heute lachen die beiden darüber.

2016 hat Rojas den VfB wieder verlassen, doch zurzeit sehen sich die beiden täglich, begrüßen sich herzlich und halten bei Gelegenheit ein Schwätzle. Denn der Offensivspieler ist mit seinem Club, dem SC Heerenveen aus der niederländischen Eredivisie, ebenfalls in La Manga im Trainingslager. Er spricht noch immer ganz passabel Deutsch und hat auch ein paar schwäbische Wörter wie „bissle“ im Repertoire. Die perfekt gepflegten Trainingsplätze der beiden Vereine liegen direkt nebeneinander, sie teilen sich einen Zugang.

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„Marco ist ein super Typ“, sagt Michael Meusch, der dieser Tage auch ein Foto gemacht hat mit dem alten Bekannten samt dem Maskottchen des SC Heerenveen, einer blonden Comicfigur mit Wikingerhelm. „Vergangenes Jahr haben wir uns ja auch schon hier getroffen. Es freut mich immer, wenn ich ihn sehe.“ Marco Rojas geht es genauso. Die VfB-Profis Christian Gentner, Daniel Didavi und Timo Baumgartl kennt er noch aus seiner Stuttgarter Zeit und jede Menge Männer aus der Entourage, die sich nicht so stark verändert hat wie Spielerkader und Trainerteam. Da ist immer wieder mal ein großes Hallo angesagt, nicht nur mit Michael Meusch.

„Als ich damals nach Stuttgart kam, habe ich mich nach zwei Tagen verletzt“, sagt der heute 27-Jährige im Rückblick. Mittelfußbruch. Später bremste ihn in seiner ersten Saison auch noch eine Schleimbeutelentzündung aus, er konnte nie richtig Fuß fassen, blieb ohne Bundesliga-Minute. „Es war auch eine schwierige Zeit für den Club“, sagt Marco Rojas. Dann zählt er seine VfB-Trainer auf, von Bruno Labbadia über Thomas Schneider, Huub Stevens sowie Armin Veh und betont noch einmal: „Es war keine einfache Zeit für den Club – und auch keine einfache Zeit für mich.“

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Im Sommer 2013 kam er mit der Empfehlung von 15 Toren in 25 Partien als Spieler des Jahres der australischen Liga nach Stuttgart. Der Ruf des „Kiwi-Messi“ eilte dem 1,68 Meter kleinen Rechtsaußen nach seiner starken Saison im Trikot von Melbourne Victory voraus, was die Erwartungen an ihn wohl etwas übersteigerte. „Ich habe das gar nicht so sehr registriert“, sagt Marco Rojas. „Ich habe einfach versucht, mein Bestes zu geben.“ Nach der vermaledeiten ersten Saison folgte eine wenig gute Leihzeit bei Greuther Fürth und eine ganz gute Leihzeit beim FC Thun, ehe der Vertrag mit dem VfB im Sommer 2016 aufgelöst wurde und er nach Australien zurückkehrte.

Im Sommer 2017 wagte der Mann aus Hamilton nach 13 Toren in 23 Spielen für Melbourne Victory erneut den Sprung nach Europa, zum SC Heerenveen. In der Eredivisie stehen für ihn diese Saison allerdings bis jetzt erst drei Kureinsätze zu Buche. In La Manga arbeitet er auf mehr Spielzeit hin. „Ich schaue nicht zurück. Ich will mich beweisen in der Vorbereitung und kann hoffentlich die Meinung des Trainers ändern“ sagt Marco Rojas, der mit der neuseeländischen Nationalelf die Qualifikation für die WM 2018 in Russland in den Play-offs gegen Peru verpasste. „Ich kämpfe immer noch um einen Stammplatz, es ist eine gute Herausforderung.“ Das war auch die Zeit damals in Stuttgart – und sein erstes Gespräch mit Zeugwart Michael Meusch.

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