Wie viel Gehalt stand Uwe Hück, dem Ex-Betriebsratschef von Porsche, zu? Foto: dpa

Porsche-Chef Oliver Blume steht unter dem Verdacht, dem Ex-Betriebsratschef Uwe Hück ein zu hohes Gehalt gezahlt zu haben. Dessen Rechtfertigung wirft nun neue Fragen auf.

Stuttgart - Die Begründung des ehemaligen Porsche-Betriebsratschefs Uwe Hück für sein hohes Gehalt ist nach Ansicht des Stuttgarter Arbeitsrechtsexperten Stefan Nägele nicht ohne weiteres stichhaltig. Um die Bezüge als Betriebsrat bei dem Autobauers zu begründen, reiche es nicht aus, auf eine mögliche Beförderung zum Leiter der Lackiererei von Porsche zu verweisen, sagte Nägele unserer Zeitung.

Da Betriebsräte laut Gesetz wie vergleichbare Beschäftigte zu bezahlen sind, müsse das Unternehmen auch in der Lage sein, konkrete Referenzpersonen außerhalb des Betriebsrats zu benennen, die einen solchen Berufsweg tatsächlich eingeschlagen haben. Der Verweis auf einen möglichen Arbeitsvertrag reiche daher nicht aus, sagte Jurist Nägele.

Hücks Bezüge werden auf bis zu eine halbe Million Euro im Jahr geschätzt. Er hatte unserer Zeitung erklärt, er habe sich 2006 als Leiter der Lackiererei beworben und sei auch angenommen worden. Hück hatte bis 1981 eine Berufsausbildung als Lackierer und Maler absolviert und war seit 1994 freigestellter Betriebsrat.

Das Wohlwollen hat Grenzen

Nach Nägeles Einschätzung darf das Unternehmen die Karriere, die Betriebsmitgliedern offen gestanden hätte, durchaus „wohlwollend“ einschätzen. Die Grenze sei aber dort erreicht, wo es die Vergütung an einer untypischen beruflichen Entwicklung ausrichte. Werde die betreffende Leitungsposition ansonsten von Mitarbeitern mit Studium ausgeübt, könne bei einem Betriebsrat nicht davon ausgegangen werden, dass er diese auch ohne Studium bekommen hätte. Es dürfe keine Karriere auf der Basis von „Schattenpositionen“ unterstellt werden, die nur Betriebsräten, nicht aber vergleichbar qualifizierten Mitarbeitern außerhalb des Betriebsrats offenstünden.

Ein Porträt des ehemaligen Porsche-Betriebsrat hier im Video:

Der Porsche-Betriebsrat und das Unternehmen wollten keine Stellung nehmen.

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