Nach einer mehrmonatigen Verletzungspause will Marko Drljo im neuen Jahr wieder angreifen. Foto: Eibner-Pressefoto/Tobias Baur

Der 25-Jährige spricht über die starke Saison seines Vereins Young Boys Reutlingen in der Fußball-Verbandsliga, die Verbundenheit zu seinem Jugendklub und ein „Hammerziel“.

Die Young Boys Reutlingen reiten in der Fußball-Verbandsliga auf der Erfolgswelle. Als Tabellenführer gehen sie mit sechs Punkten Vorsprung in die Winterpause – und ein ehemaliger Spieler des TSV Plattenhardt freut sich mit. Der Stürmer Marko Drljo konnte aufgrund einer Verletzung zwar schon seit September nicht mehr auflaufen, will im neuen Jahr aber wieder angreifen. In unserem Interview spricht der 25-Jährige über seinen aktuellen Verein, seinen Ex-Verein und ein „Hammerziel“.

 

Herr Drljo, was sind die Gründe für die bisher starke Saison in Reutlingen?

Da spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Absoluter Taktgeber ist unser Coach Volker Grimminger. Er gibt uns für jedes Spiel einen glasklaren Plan mit. Den setzen wir inzwischen meist sehr gut um. Das hat schon in der vergangenen Saison angefangen. Der andere Faktor ist die Stimmung in der Mannschaft. Wir sind ein eingeschworener Haufen, der sich auf und neben dem Platz einfach gut versteht – wie eine Familie. Da geht man gerne ins Training.

Sie selbst standen wegen einer Meniskusverletzung zuletzt im September auf dem Platz. Für wann peilen Sie Ihr Comeback an?

In weniger als einem Monat komme ich zurück. Dann versuche ich, genau da weiterzumachen, wo ich vor der Verletzung mit fünf Toren in sechs Spielen aufgehört habe.

Und in der nächsten Saison spielen Sie dann in der Oberliga?

So Gott es will. Wir werden auf jeden Fall alles dafür geben, unseren Lauf nach der Winterpause fortzusetzen. Wenn wir den Plan unseres Trainerstabs weiter so umsetzen wie bisher, dann glaube ich an den Aufstieg. Schon bei dem Gedanken daran muss ich grinsen. Ein Aufstieg in die Oberliga wäre der Hammer. Auch mit Blick auf die Situation in der Stadt wäre das ein Ausrufezeichen. (Anmerkung der Redaktion: Während die Young Boys auf die Oberliga zumarschieren, kämpft dort der historisch größte Verein der Stadt, der SSV Reutlingen, gerade gegen den Abstieg). Der Großteil unseres Teams hat schon für den SSV gespielt.

Sportlich scheint sich der Schritt von ihrem Jugendverein TSV Plattenhardt nach Reutlingen also auszuzahlen. War das auch der Grund für Ihren Wechsel im Sommer 2023?

Ja, das hatte einzig und allein mit dem sportlichen Faktor zu tun. Ich habe in der Jugend 13 Jahre lang für Plattenhardt gespielt und später nach einer kurzen Unterbrechung auch bei den Erwachsenen. Als wir 2023 aber aus der Landesliga abgestiegen sind, war das für mich mit 23 Jahren nicht der richtige Zeitpunkt, um mit in die Bezirksliga zu gehen. Aus diesem Grund habe ich damals das Angebot der Young Boys angenommen.

Inwieweit gibt es heute noch Bezug nach Plattenhardt?

Das bleibt trotzdem mein Heimatverein, dort bin ich weiterhin Mitglied. Außerdem gehe ich immer wieder als Zuschauer auf den TSV-Sportplatz oben in Filderstadt. Plattenhardt ist genauso meine Familie wie es jetzt auch die Young Boys sind.

Apropos Familie: Einer ihrer Cousins, Mateo Drljo, steht als Keeper im Kader des Regionalligisten SGV Freiberg. Ein anderer, Andrija Drljo, spielt in der zweiten Liga Sloweniens für ND Gorica. Sind die Drljos einfach eine Fußball-Familie?

Das kann man so sagen. Mit Mateo bin ich immer wieder in Kontakt. Sein Bruder war ebenfalls ein sehr guter Fußballer, musste aufgrund von drei Knie-Operationen dann allerdings seine Karriere beenden. Andrija kenne ich zwar nicht persönlich. Er ist aber auch ein Hochkaräter. Ausgebildet wurde er in der U 19 bei Dinamo Zagreb. Später hat er dann in der höchsten bosnischen Liga und in Kasachstan gespielt, bevor er nach Slowenien gewechselt ist.