Mit den Amateuren des VfB Stuttgart feierte Achim Leber (re.) einige schöne Erfolge, für die Profis in der Bundesliga reichte es allerdings nicht ganz – unser Foto stammt von 1991. Foto: Imago/Baumann

Achim Leber blickt auf eine illustre Fußballkarriere bis hin zu den Amateuren des VfB Stuttgart zurück. Als Trainer des VfL Herrenberg kehrt er dorthin zurück, wo alles angefangen hat.

Wenn in ein paar Monaten die neue Fußballsaison 26/27 startet, dann schließt sich für Achim Leber ein Kreis. Vor genau 40 Jahren war er ein wichtiger Eckpfeiler als Spieler des VfL Herrenberg. Im Juli übernimmt er den Verein nun als Trainer.

 

Das Fußballspielen begann Achim Leber bei der SV Böblingen. Er wechselte in der B-Jugend zum VfL Herrenberg in die Verbandsstaffel und rückte 1986 als 18-Jähriger in die Aktivenmannschaft des Gäuklubs auf. Es war das dritte Jahr nach dem Abstieg aus der Landesliga, und die Grün-Weißen wollten endlich die Rückkehr schaffen. Und das gelang auch.

VfL Herrenberg mit Achim Leber schoss alles in Grund und Boden

Zusammen mit den anderen jungen Wilden wie Jochen Novodomsky gehörte Achim Leber zu jener Meistermannschaft, die 86/87 alles in Grund und Boden schoss. Mit 25 Siegen aus 26 Partien holte sie hochüberlegen den Titel. Nur gegen den TSV Ehningen gelang ihr lediglich ein 1:1, weshalb im Bezirkspokalfinale gegen genau diesen Gegner noch eine Rechnung offen war. Durch ein 2:0 sicherte sich der VfL Herrenberg das Double – einer der Torschützen: Achim Leber. „Damals spielte ich mit Verband am Arm, weil ich mich am Ellenbogen verletzt hatte“, erinnert er sich.

Die Landesliga war in der folgenden Saison nur eine Durchgangsstation, zum Durchmarsch in die Verbandsliga steuerte Achim Leber als zweitbester Torschütze zwölf Tore bei. „Das waren zwei hervorragende Jahre, wir hatten eine Wahnsinnsmannschaft“, gerät er noch heute ins Schwärmen.

Zur kommenden Saison übernimmt Achim Leber den VfL Herrenberg als Trainer gemeinsam mit Oliver Kugel. Foto: VfL

Mit den Amateuren des VfB Stuttgart steigt Achim Leber in die Oberliga auf

Auch in der ersten Verbandsliga-Saison war der Mittelfeldspieler mit acht Toren treffsicher. Dies blieb anderen Vereinen nicht verborgen, weshalb sich Achim Leber im Sommer 1989 den Amateuren des VfB Stuttgart anschloss. „Unser VfL-Spielertrainer Robert Piller, hatte aufgrund seiner Profi-Erfahrung Kontakt zum damaligen VfB-Trainer Arie Haan und fädelte für mich ein Probetraining ein“, erzählt Achim Leber, wie es zu dem Wechsel kam.

Mit der VfB-Reserve ging es dank zweier Tore von Achim Leber im letzten Spiel der Runde gegen den TSV Eltingen als Verbandsligameister hoch in die Oberliga. „Das war eine gute Saison. Ich habe mit Marcus Sorg und Jürgen Kramny zusammengespielt. Ein paar Mal war ich auch bei den Profis dabei“, berichtet der heute 57-Jährige. Nach einer Spielzeit in der damals dritthöchsten Liga Deutschlands wechselte Leber jedoch kurzzeitig zurück zum VfL Herrenberg, weil es mit dem Traum von der Bundesliga nichts wurde.

Schock für Achim Leber, als es beim GSV Maichingen nicht weitergeht

Ein Jahr später folgte Achim Leber den Lockrufen des GSV Maichingen und steuerte zehn Buden zum Verbandsligatitel bei. „Der Verein hatte sich schon ein Jahr zuvor um mich bemüht. Die wollten mich unbedingt.“ Im Allmend sollte für zwei Jahre bleiben, ehe sich der Klub aus finanziellen Gründen nach der Saison 94/95 aus der Oberliga zurückzog. „Das war ein Schock, dass es nicht mehr weiterging. Der GSV Maichingen hätte mit dieser Mannschaft den Sprung in die Regionalliga schaffen können“, blickt Achim Leber zurück.

Er selbst schlug fortan seine Zelte beim TSV Schönaich auf, mit dem er als Aufsteiger Vizemeister in der Landesliga wurde. Ein Jahr später löste er Klaus Wisotzki auf der Kommandobrücke ab und wurde Spielertrainer an der Elsenhalde. Nach Platz fünf in Achim Lebers Debütsaison als Coach schaffte der TSV Schönaich mit seinem 108-Tore-Sturm den Aufstieg in die Verbandsliga.

Achim Leber wechselt vom TSV Schönaich zum TV Darmsheim

Aufgrund eines Kreuzbandrisses bestritt Achim Leber in jener Saison selbst kein Spiel. Im Herbst 1998 wurde er schließlich als Trainer gefeuert. Nach seiner Zeit beim TV Darmsheim – erst als Co-Trainer unter Andy Pfann, dann nach dessen Entlassung als Cheftrainer – war Achim Leber noch Spielertrainer beim SV Poltringen, ehe er mit 40 Jahren die Kickstiefel an den Nagel hängte. Als Trainer oder Co-Trainer arbeitete er danach zehn Jahre beim TSV Merklingen.

Inzwischen sind Achim Lebers Kinder in seine Fußstapfen getreten. „Wir sind eine große Fußballfamilie“, schmunzelt er. Tochter Sarah jagt bei den Frauen des TSV Grafenau dem runden Leder hinterher. Sohnemann Timo hat sich wie der Vater in der Jugend dem VfL Herrenberg angeschlossen, wo er inzwischen bei den Aktiven angekommen ist. Einer seiner Trainer bei den Junioren war – genau – der Papa.

Knüpft VfL Herrenberg mit Achim Leber als Trainer an goldene Zeiten an?

Mit Achim Leber an der Seitenlinie der ersten Mannschaft soll es weiter aufwärts gehen beim VfL Herrenberg. Wer weiß, vielleicht schafft er als Trainer des Gäuklubs irgendwann auch den Durchmarsch von der Bezirk- in die Verbandsliga. Wie einst als Spieler vor 40 Jahren.