Das 18.-Jahrhundert-Fest in Marbach Anfang Mai wäre beinahe abgesagt worden. Rettung in Form einer Finanzspritze kam jetzt vom Stadtmarketingverein.
Gerade mal fünf Wochen sind es noch bis zum 18.-Jahrhundert-Fest in Marbach. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Haupt- und Ehrenamtliche wollen – nach Jahren der Pause – wieder ein riesiges Event mit bis zu 5000 Besuchern auf die Beine stellen. Und dann die Nachricht: Vielleicht kann das 18.-Jahrhundert-Fest gar nicht stattfinden. Die Stadt Marbach ist pleite. So eine Veranstaltung kann man sich nicht leisten.
Das Drama nahm in der Info-Veranstaltung zum 18.-Jahrhundert-Fest am vergangenen Montag seinen Lauf. Eigentlich sollte dort das passieren, was auf so einer Info-Veranstaltung eben passiert: Das geplante Festprogramm wird vorgestellt, Straßensperrungen besprochen, weitere Bürger zum Mitmachen animiert.
Finanzielle Sorgen: Droht das Aus für das Stadtfest?
Doch es kam noch etwas anders zur Sprache: Nämlich, dass der Stadt das Geld für das Fest fehlt. „Wir stecken gerade mitten in der Haushaltsdebatte und müssen radikal sparen“, sagt der Bürgermeister Jan Trost. Das heißt auch, dass sämtliche Freiwilligkeitsleistungen auf den Prüfstand kommen. Und ein solches Fest ist genau das: eine Freiwilligkeitsleistung. Also wurde das in fünf Wochen stattfindende große Stadtfest im Gemeinderat infrage gestellt. „Dies verdeutlicht den Ernst der Lage“, so Trost.
Doch inzwischen ist ein Happy End absehbar. Der Stadtmarketingverein nimmt die Rolle des rettenden Ritters ein. Das Stadtmarketing Schillerstadt Marbach (SSM) stopft die Finanzlücke, und das Event in wenigen Wochen kann stattfinden. Wie hoch der Beitrag ist, darüber schweigen sich Stadt und SSM aus. Nur so viel: „Der fehlende finanzielle Beitrag zur Durchführung des Festes wird übernommen“, sagt der Bürgermeister.
„Unser Einspringen ist eine Gelegenheit, die herausragende Arbeit unseres Kulturamtes und all der ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürger zu würdigen und unserer Stadt ein Fest zu ermöglichen, das ihre Identität widerspiegelt”, sagt Annette Fiss, die Vorsitzende des Stadtmarketingvereins. Ihre Stellvertreterin Swantje Hammer ergänzt: „Das ist kein Selbstzweck. Es ist ein klares Zeichen: Wir investieren in die Stadt. In ihre Attraktivität, in das, was Marbach ausmacht.“
Die Freude über die Finanzspritze ist groß. Melanie Salzer ist „einfach froh, dass wir feiern können“. Die Kulturamtsleiterin ist die Programmverantwortliche für das 18.-Jahrhundert-Fest. Eine Absage der Veranstaltung so kurz vorher hätte alle Beteiligten arg getroffen.
Engagierte Bürger und vielfältiges Programm für das Fest
Allein beim Festprogramm sind mehr als 250 Menschen aktiv – Musikschüler, Schauspieler, Gaukler, Gewandete. Weitere etwa 250 Bürger, so schätzt Melanie Salzer, werden sich einfach so als Gewandete beim Fest beteiligen. Erwartet werden am ersten Mai-Wochenende rund 5000 Besucher. Die Vorbereitungen für das Großereignis laufen seit mehr als einem Jahr, sagt die Kulturamtsleiterin.
Also wird das 18.-Jahrhundert-Fest am Wochenende vom 3. und 4. Mai wie geplant über die Bühne gehen. Zuletzt fand es 2016 statt. Dann kam die Pandemie und die Sanierung der Fußgängerzone. Jetzt zeigt sich Marbach wieder im Stile des 18. Jahrhunderts, lässt Geschichte lebendig werden und feiert gemeinsam.