Nach Kritik an der Festival-Premiere im Dezember 2024 kehrt die zweite Ausgabe von „Stutyard“ zurück - in doppelter Ausführung und mit überarbeitetem Konzept. Worauf sich Raver freuen können.
Teils lange Wartezeiten am Einlass und an der Bar, Gedränge und frierende Besucherinnen und Besucher an den Toiletten im Außenbereich – das Techno-Festival „Stutyard“, das im Dezember letzten Jahres auf der Landesmesse Stuttgart Premiere feierte, hatte harsche Kritik einstecken müssen. Vor allem auf Social Media hatten sich Gäste über die Organisation beschwert. Kurz nach dem Event hatte sich Veranstalter Deniz Keser unserer Zeitung gegenüber bereits zur Kritik geäußert und zudem angekündigt, für das zweite Event Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Darüber hinaus betonte er, dass es von rund 7500 Besuchern um die 250 Beschwerden gegeben hatte. Der Großteil der Gäste sei, so Keser, mit dem Festival zufrieden gewesen.
So hatten Kesers Angaben zufolge bereits bei der Premiere am 14. Dezember 2024 2000 Festival-Besucher Tickets für die Fortsetzung in diesem Jahr gekauft. Auch das zweite Stutyard-Festival wird an der Landesmesse stattfinden, dieses Mal mit rundum zufriedenen Gästen – so der Plan. Und auch die Raver wollen dem Event offenbar noch einmal eine Chance geben: Die Nachfrage ist so groß, dass es in diesem Jahr sogar zwei Party-Termine gibt: Am kommenden Samstag, 13. Dezember und am 20. Dezember feiern tausende Besucherinnen und Besucher erneut zu elektronischen Beats an der Messe Stuttgart.
Hohe Nachfrage: Stutyard findet in doppelter Ausführung statt
Der erste Termin am 13. Dezember ist mit 9000 Gästen bereits ausverkauft. Wer dennoch sein Glück versuchen möchte, kann sich online auf die Warteliste setzen lassen. Am kommenden Samstagabend stehen dann unter anderem Clara Cuve, Future.666, Kobosil und Somewhen hinterm DJ-Pult.
Für den zweiten Termin am 20. Dezember sind aktuell bereits 1500 Tickets verkauft. Karten der finalen Verkaufsphase für 59,90 Euro sind noch verfügbar. Insgesamt werden auch für den zweiten Termin im Dezember 9000 Tickets angeboten.
„Musikalisch unterscheiden sich die beiden Events gar nicht so sehr voneinander", sagt Veranstalter Deniz Keser, den man auch als Organisator des Stuttgart Electronic Music Festival (SEMF) oder des Waranga-Festivals in Stuttgart kennt. Das Besondere am 20. Dezember sei jedoch das Face-to-Face-Konzept. „Jeweils zwei DJs spielen gegenüber voneinander an je zwei DJ-Pulten", erklärt der Veranstalter. „Sie ergänzen sich sozusagen gegenseitig." Zugreifen kann also noch, wer dann Acts wie Adrian Mills und Schrotthagen, 2High und 2Groove, Emilija und Cara Elizabeth oder Peter Blue und Prada2000 live erleben möchte. Die Afterparty steigt im Anschluss ab 8 Uhr im Stuttgarter Lehmann Club.
Neues Jahr, neues Konzept
Nach dem holprigen Debüt im vergangenen Jahr setzt Veranstalter Deniz Keser zudem auf ein neues Organisations- und Sicherheitskonzept, das das Festival-Erlebnis verbessern soll. Was ist geplant? Statt des kleineren Eingangs West, der im letzten Jahr genutzt wurde, wird in diesem Jahr der größere Eingang Ost der Messe genutzt. Bei der Festival-Premiere 2024 hatte es laut Kesers Angaben 16 Schleusen gegeben – am Osteingang sind nun mehr Einlassschleusen, nämlich insgesamt 20 Stück, nutzbar.
Früherer Einlass, entzerrter Ablauf
Zum ersten Teil des Stutyard-Festivals am 13. Dezember werden 9000 Gäste erwartet, die auf der Landesmesse zu elektronischen Beats feiern wollen. Darauf will Veranstalter Deniz Keser dieses Mal besser vorbereitet sein. Deshalb ist ein, wie er sagt „intensiveres Crowdmanagement mit verbesserter Wegeführung“ vorgesehen. Außerdem sollen „große Besuchertrauben durch Absperrungen aufgetrennt werden“.
In Summe werden beim Einlass-Konzept diesmal ein eher überdimensionierter Ansatz gewählt, um Wartezeiten für die Besucher zu reduzieren, so Keser. „Zudem wird das Festival-Geländen früher geöffnet werden, was bedeutet, dass der Einlass und die gewissenhaften Kontrollen deutlich vor den Spielzeiten der Mainacts beginnen werden“, sagt Keser. „Auf die Weise wird ein Anstauen der Menschenmasse zeitlich entzerrt und die Gäste haben ein entspannteres Ankommen.“ Der Einlass soll um 20 Uhr beginnen, die ersten Acts starten dann um 21 Uhr. „Wenn die Leute schon um 20 Uhr eingelassen werden, haben sie auch genug Zeit, sich den Merch anzusehen, bevor es mit der Musik losgeht und es gibt kein Gedränge", ergänzt Keser.
Zusätzliches Personal
Auch in Sachen Personal soll laut Veranstalter aufgestockt werden: „Für uns bleibt die Sicherheit unserer Gäste – insbesondere in der aktuellen Zeit – die oberste Priorität, weswegen die Personen- und Taschenkontrollen am Eingang nicht vereinfacht, sondern durch weiteres Einlasspersonal für die zusätzlichen Schleusen aufgestockt werden“, erklärt der Veranstalter auf Nachfrage.
Auch was den Komfort der Gäste auf dem Festivalgelände angeht, wollen Deniz Keser und sein Team beim diesjährigen Festival besser vorsorgen. So wurden etwa die Garderoben erweitert. Zudem soll es doppelt so viele Spinde wie im Vorjahr geben. „Die Anzahl ist an den maximal verfügbaren Platz in der Eingangshalle angepasst“, sagt Keser.
Zudem soll es künftig eine sogenannte „Chillout-Area“ mit Essensständen geben, in der Gäste entspannen und sich stärken können. Gemeint sind damit „auf dem Gelände verteilte Bereiche mit Sitz- und Verweilmöglichkeiten, um sich eine kurze Pause von der Show und lauten Musik in ruhigerer Atmosphäre nehmen zu können“, so der Veranstalter. „Es wird wieder ein Raucherzelt mit noch mehr Sitzmöglichkeiten geben. Ebenso einen Bereich im Freien, wo man nach dem Tanzen frische Luft schnappen kann.“
Auf der Toilette nicht mehr frieren
Zwei Punkte, die beim ersten Festival für Kritik seitens der Besucher sorgten, waren auch das lange Warten an den Bars und den Toiletten. Während die Festival-Besucher im Dezember 2024 bei Minusgraden bibbernd vor den Toiletten im Außenbereich warten mussten, sollen sich die Toiletten in diesem Jahr im Inneren der Messehallen befinden.
Auch an der Bar soll an den beiden Rave-Terminen niemand mehr zu kurz kommen. „Es wird noch mehr Personal geben, das in einer optimierten Anordnung innerhalb der Bars, sozusagen wie am „Fließband“ arbeiten wird“, erklärt Keser. „Das heißt es wird in zwei Reihen gearbeitet, dafür wird die Tiefe der Bars etwas erhöht, um mehr Platz zu haben.“ In puncto Bezahlung setzen die Veranstalter weiterhin auf ein bargeldloses Zahlungssystem.
So blickt die Landesmesse auf das zweite Festival
Vertreter der Landesmesse Stuttgart, die die Hallen für das Stutyard-Festival an Deniz Keser und sein Team vermietet, blicken optimistisch auf die zweite Stutyard-Ausgabe im Dezember. „Nach dem überwältigenden Zuspruch und dem schnellen Ausverkauf hätten wir dem Veranstalter auch für die Premiere auf unserem Gelände einen ebenso erfolgreichen Auftakt gewünscht. Leider war diese offenbar von unerwarteten Herausforderungen begleitet", teilte Stefanie Kromer, Unternehmenssprecherin der Landesmesse Stuttgart unserer Zeitung bereits Ende Januar mit. Aus diesem Grund habe es einen Austausch mit dem Veranstalter gegeben. Die Gespräche seien sehr konstruktiv und zielgerichtet verlaufen. „Wir freuen uns auf eine zweite Ausgabe des Stutyards auf unserem Gelände“, so die Sprecherin.
Tickets für das Event am 20. Dezember gibt es auf der Webseite: https://stutyard.com
Stutyard 13.+20. Dezember 2025, Landesmesse Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen