Sollte es zu einem Zusammenschluss kommen, dann soll sich an der Eigenständigkeit der Gemeinden nichts ändern. Einen Namen für die neue Gesamtgemeinde gibt es noch nicht. Foto: Bernd Zeyer

Die evangelischen Kirchengemeinden Zuffenhausen, Himmelsleiter und Zazenhausen möchten sich eventuell zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammen schließen. Hintergrund sind sinkende Mitgliederzahlen und die Kürzung von Pfarrstellen.

Stuttgarter Norden - Die evangelischen Kirchengemeinden Zuffenhausen, Himmelsleiter und Zazenhausen möchten sich eventuell zu einer Gesamtkirchengemeinde zusammenschließen. Hintergrund sind vor allem der Rückgang der Zahl der Gemeindeglieder und geplante Kürzungen von Pfarrstellen.

„Alle drei Gemeinden bleiben eigenständig“, sagt Dieter Kümmel, Pfarrer an der Zuffenhäuser Pauluskirche. Es sei angedacht, vor allem den Verwaltungsbereich zu zentralisieren, beispielsweise den Bereich Finanzen sowie das Immobilienmanagement. Die Gebäude würden auch künftig im Besitz der einzelnen Kirchengemeinden bleiben, verwaltet würden sie dann aber zentral. So könnte unter anderem bei notwendigen Sanierungen genau geprüft werden, was wann und wo getan werden müsste. Auch bei der inhaltlichen Arbeit erhofft sich Kümmel Verbesserungen, vorstellbar seien zum Beispiel Angebote im Bereich der Kirchenmusik oder der Erwachsenenbildung, die es dann gemeindeübergreifend geben werde.

Jede Gemeinde entscheidet selbst über den Zusammenschluss

Jede der drei Gemeinden wird selbstständig darüber abstimmen, ob sie für einen Zusammenschluss ist. „Für Zuffenhausen sehe ich keine größeren Schwierigkeiten“, sagt Kümmel. Hier sei man ohnehin an Veränderungen gewöhnt: 2001 waren die drei ehemals selbstständigen Gemeinden Johanneskirche, Pauluskirche und Michaelskirche zusammengelegt worden. Momentan hat die Gemeinde rund 4300 Mitglieder, die Zahl nimmt stetig ab. Daraus resultiert, dass die Zahl der Pfarrstellen künftig weiter gekürzt wird. Zudem studieren immer weniger junge Menschen Theologie, es gibt also immer weniger Pfarrerinnen und Pfarrer.

Auch die Himmelsleiter-Gemeinde hat immer weniger Mitglieder. Im Jahr 2013, so berichtet Pfarrerin Barbara Reiner-Friedrich, seien es noch 5300 gewesen. Damals hatten sich die drei Gemeinden Freiberg, Mönchfeld und Rot zur Himmelsleiter zusammen geschlossen. Sechs Jahre später sind es nur noch 4300 Mitglieder. Fest steht laut Reiner-Friedrich schon jetzt, dass wegen Personalmangels bis zum Jahr 2024 mindestens eine Pfarrstelle bei der Himmelsleiter wegfalle. „Insgesamt ist die Stimmung eher positiv“, beschreibt Reiner-Friedrich die Haltung in ihrer Gemeinde. Vor dem Hintergrund der vor sechs Jahren erfolgten Fusion gehe es einigen Gemeindemitgliedern allerdings etwas zu schnell.

Der Oberkirchenrat hat seine Zustimmung signalisiert

In Zazenhausen scheint es ebenfalls keine größeren Widerstände zu geben. „Die Zusammenarbeit zu vertiefen, wäre für alle gut“, sagt Pfarrerin Stephanie Krause. Bereits jetzt würden die drei Gemeinden auf vielen Ebenen kooperieren. Die Pfarrerin hofft, dass bei einem möglichen Zusammenschluss die Ressourcen besser genutzt werden können. Momentan gibt es dort nur eine 50-Prozent-Pfarrstelle, allerdings beträgt die Zahl der Gemeindemitglieder relativ konstant 950. Laut Pfarrerin Stephanie Krause liege das vor allem am Zuzug in die Neubaugebiete. Deshalb gebe es auch viele junge Gemeindemitglieder.

Die Öffentlichkeit soll über die Pläne detailliert bei Gemeindeversammlungen informiert werden. Die erste findet am Sonntag, 19. Mai, nach dem Gottesdienst (zirka 12 Uhr) in der Pauluskirche statt. In Zazenhausen gibt es die Veranstaltung am Mittwoch, 22. Mai, von 19 Uhr an in der Nazariuskirche. Ein Termin für die Himmelsleiter steht noch nicht fest.

Sollten die Gemeinden zustimmen, dann muss noch der Oberkirchenrat sein Plazet geben – was als sehr wahrscheinlich gilt. Stichtag für den Zusammenschluss wäre der 1. Januar 2020, direkt im Anschluss an die Kirchenwahlen im Dezember 2019.

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