Bernd Weißenborn Foto: Bulgrin

Bernd Weißenborn zieht es zurück zu seinen Wurzeln. Der evangelische Dekan des Kirchenbezirks Esslingen quittiert zu Beginn nächsten Jahres seinen Dienst. Er wolle sich bis zu seinem Ruhestand pastoralen Aufgaben widmen, sagt der 64-Jährige.

Seit fast 15 Jahren ist er als evangelischer Dekan und geschäftsführender Pfarrer der Stadtkirchengemeinde in Esslingen tätig. Nun nimmt Bernd Weißenborn seinen Hut. Der im April 1960 Geborene strebt nach eigenen Angaben zum Ende seines Berufslebens zurück zu seinen Wurzeln: „Ich möchte das machen, wofür ich eigentlich einmal angetreten bin.“

 

Aus der Dienstwohnung in der Augustinerstraße neben dem Dekanatsamt und dem Pfarramt der Stadtkirchengemeinde Esslingen ist er bereits ausgezogen. Er habe sich mit seiner Frau eine Privatwohnung in Esslingen gesucht, sagt Bernd Weißenborn. Bis Mitte Januar werde er noch als Dekan tätig sein. Danach stünden der Besuch eines christlichen Hilfswerks in Indien und sein Resturlaub an. Der Abschiedsgottesdienst mit Prälatin Gabriele Arnold sei für Sonntag, 16. Februar, um 10.30 Uhr in der Stadtkirche St. Dionys am Marktplatz geplant.

Frust über die sich allgemein verschlechternden Arbeitsbedingungen mit vermehrten Kirchenaustritten, rückläufigen Steuereinnahmen und Mangelverwaltung aufgrund der Finanzlage ist laut Bernd Weißenborn nicht der Grund für sein Dienstende: „Ich bin nicht frustriert. Es war eine persönliche Entscheidung.“ Im nächsten Jahr seien Kirchenwahlen, bis dahin solle sich sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin in die Materie eingearbeitet haben. Zudem stehe das Zusammengehen mit dem Kirchenbezirk Bernhausen in Filderstadt an. Dieser Schritt solle unter stabilen personellen Verhältnissen über die Bühne gehen. Die Stelle werde im Herbst ausgeschrieben.

Ihn ziehe es auch wieder hin zu seinen Ursprüngen, sagt Bernd Weißenborn. Eine Vollzeitstelle als Pfarrer strebt er nicht an. Doch er wolle bis zu seinem Ruhestand pastorale Aufgaben übernehmen. Nicht in Esslingen, stellt er gleich klar. Aber wohl in einer Nachbargemeinde. Er wolle wieder in der Verkündigung und in der Begleitung von Menschen tätig sein: „Ich freue mich auf diese Zeit.“ Er blicke aber auch dankbar auf die letzten Jahre zurück. In „immer heftiger werdenden Transformationsprozessen“ habe ihm sein Glaube geholfen.

Der im nordhessischen Spangenberg-Weidelbach Geborene hat evangelische Theologie in Bethel, Marburg, Cambridge und Tübingen sowie mehrere Semester Literaturwissenschaften in Tübingen studiert. Nach seinem Vikariat in Unterheinriet und mehreren Pfarrstellen auch in Untergruppenbach und Metzingen wurde er 2010 evangelischer Dekan in Esslingen.