Beim Buffet im Freien konnten die Reisenden auch die Landschaft Indonesiens genießen. Das untere Bild zeigt einen traditionellen Chakalele-Tanz. Foto: privat

Die evangelische Gemeinde hat ihre indonesische Partnergemeinde besucht.

Dürrlewnag/Rohr/Halmahera - Halmahera ist der Name einer indonesischen Insel. Sie ist mit etwas mehr als 18 000 Quadratkilometern die größte innerhalb der Inselgruppe der Molukken zwischen Australien und Asien. Es ist ein traumhaft schöner Ort, ein Paradies für Taucher – und dennoch gibt es kaum Touristen. Die evangelische Kirchengemeinde Rohr-Dürrlewang pflegt seit 25 Jahren eine Partnerschaft mit der Kirchengemeinde auf Halmahera.

Der Initiator war ein Gemeindemitglied aus Rohr. Er hatte beruflich viel in Indonesien zu tun und schlug dem Kirchengemeinderat die Partnerschaft vor. Seitdem sind regelmäßig Delegationen aus Halmahera zu Gast auf den Fildern. Und regelmäßig fliegen Mitglieder der Kirchengemeinde Rohr-Dürrlewang nach Indonesien. So war es auch in diesem Sommer.

Die Beziehungen stehen im Mittelpunkt

„Es geht darum, Kontakt zu knüpfen, andere Menschen und andere Kulturen kennenzulernen“, sagt Dieter Abrell. Er ist Kirchengemeinderat und begleitet die Partnerschaft von Anfang an. Abrell war schon mehrfach auf Halmahera, doch für ihn ist es immer wieder ein Erlebnis. Das Gemeinschaftsgefühl der Indonesier beeindruckt ihn besonders. „Die Menschen dort können sich aufeinander verlassen“, sagt Abrell. Das sei auch erforderlich, denn ihr Leben sei in ­vielerlei Beziehung härter als das Leben in Deutschland.

Für Heike Meder-Matthis war es der erste Besuch auf Halmahera. „So eine Reise ist eine gute Gelegenheit, um über den Tellerrand hinauszuschauen“, sagt die Pfarrerin. Man lerne, sich als Teil eines größeren Ganzen zu begreifen und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. „Auf Halmahera wird der christliche Glaube anders praktiziert als bei uns in Deutschland. Doch das darf man nicht werten. Andere Formen der Gemeinde müssen nicht besser oder schlechter sein“, sagt die Pfarrerin.

Die 22 Gemeindemitglieder lebten in Gastfamilien

Insgesamt waren 22 Gemeindemitglieder aus Rohr und Dürrlewang in Indonesien. Sie lebten in Gastfamilien. Sie besuchten ein Altenheim, das auch mit Spenden aus der evangelischen Gemeinde Rohr-Dürrlewang wieder aufgebaut worden war. Sie gingen in ein neu eröffnetes Krankenhaus, in dem es zurzeit nur eine einzige Ärztin gibt. Und die Gemeindemitglieder trafen Freunde und Bekannte wieder. Darunter Soliska, Delia und Leady. Jede der drei Frauen hatte ein mehrmonatiges Praktikum in der Kirchengemeinde Rohr-Dürrlewang absolviert. „Wir haben uns auch mit dem dortigen Kirchengemeinderat zusammengesetzt, um über die von unserer ­Kirchengemeinde geförderten Projekte zu sprechen und anzudenken, wo in Zukunft Unterstützung nötig ist und in welchen Bereichen die Zusammenarbeit intensiviert werden kann“, so Meder-Matthis.

Unter den 22 Reisenden waren elf ­Jugendliche und junge Erwachsene. Einer von ihnen ist Emanuel Leube. Auf die ­Frage, was ihm zuerst einfällt, wenn er an Indonesien zurückdenkt, antwortet der ­15-Jährige: „Die Gastfreundschaft. Wir wurden rundum versorgt.“ Der Schüler war mit seiner Familie auf Halmahera. „Es war spannend, so eine große Reise zu machen und eine andere Kultur kennenzulernen“, sagt er. Ganz fremd war Indonesien für Emanuel Leube aber nicht. Denn seine Familie war bereits zweimal Gastgeber für die Praktikantinnen aus Halmahera. „Aber eine wirkliche Vorstellung vom Leben der Menschen dort bekommt man erst, wenn man selbst vor Ort ist. Besonders beeindruckte den 15-Jährigen der Kindergottesdienst. „Da kamen morgens um 8 Uhr 200 Kinder“, erinnert sich der Schüler. Wenn in seiner Heimatgemeinde Kindergottesdienst gefeiert werde, seien es vielleicht zehn Mädchen und Jungen.

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