Miriam Jetter möchte den Glauben an Gott weitergeben. Foto: dpa

Golde Wissner tritt die Nachfolge der Vikarin Miriam Jetter an.

Heslach - Das Spannungsfeld in Heslach ist groß – sowohl zwischen Arm und Reich als auch zwischen den unterschiedlichen religiösen Vorstellungen der Bürger. Entsprechend prägen diese Pole die Arbeit der Kirchengemeinden. Eine Tatsache, die Miriam Jetter während ihres zweieinhalbjährigen Vikariats in der evangelischen Gemeinde Heslach zu schätzen gelernt hat. „Ich habe mich in diesem Spannungsfeld wohlgefühlt, denn es bietet ganz viele Gestaltungsmöglichkeiten“, sagt sie.

Dies wird Miriam Jetters Nachfolgerin bald feststellen können. Zum ersten April fängt Golde Hannah Marie Wissner als Vikarin in der evangelischen Kirchengemeinde Heslach an. Sie zieht mit ihrem Mann und der kleinen Tochter in die Vikarswohnung in der Schickhardtstraße. Ihr Ausbildungspfarrer wird Siegfried Schwenzer sein.

Für Miriam Jetter beginnt nach ihrer Ordination Anfang März nun ein neuer Lebensabschnitt. Die 27-Jährige hat sich aus Heslach verabschiedet, um am Evangelischen Stift in Tübingen Studenten auf dem Weg ins Vikariat zu unterstützen. Sie hofft bei den angehenden Pfarrern Unsicherheiten abbauen zu können. „Gerade davon, wie es ist eine Beerdigung abzuhalten, haben viele nur eine vage Vorstellung“, nennt Jetter ein Beispiel.

Langfristig reizt Miriam Jetter jedoch die Arbeit in der Gemeinde, denn sie möchte das, was ihr für ihr Leben wichtig geworden ist, weitergeben: den Glauben an Gott. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der die Menschen eher aus den christlichen Kirchen aus- als eintreten. „Wenn es nicht so gut läuft, kann man auch die Konsequenz ziehen, sich zu engagieren und neue Ideen einzubringen“, sagt Jetter.

Neue Wege zu gehen, das hat die gebürtige Schwäbin in Heslach gelernt. „Der interreligiöse Dialog hat hier einen hohen Stellenwert“, sagt sie. Das liege auch daran, dass nur etwa 27 Prozent der Bevölkerung evangelisch sei. Die katholische Gemeinde sei ähnlich groß. Die ökumenische Zusammenarbeit sei deshalb sehr intensiv, wie auch der Kontakt zur serbisch-orthodoxen Gemeinde. Auch um die unterschiedlichen Bildungsschichten in Heslach anzusprechen, sei es wichtig, in viele Richtungen zu denken. „Es soll sich ja niemand von einem Angebot ausgeschlossen fühlen und gleichzeitig soll dieses das Interesse möglichst vieler Gemeindemitglieder wecken“, erklärt sie. „Das Gute ist, dass die Gemeinde so offen ist, dass man ganz viel ausprobieren kann.“ hea