„Jawohl, mein Führer“ - Gegner der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) protestieren am Dienstag in Stuttgart gegen einen Wahlkampfauftritt von Parteichef Bernd Lucke. Foto: www.7aktuell.de | Florian Gerlach

Die AfD fühlt sich in ein schlechtes Licht gerückt: Der neue Co-Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland hatte die Partei in einem StN-Interview mit den Republikanern verglichen. Der Auftritt des AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke auf dem Stuttgarter Schillerplatz hat indes am Dienstag Gegendemonstranten auf den Plan gerufen.

Die AfD fühlt sich in ein schlechtes Licht gerückt: Der neue Co-Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland hatte die Partei in einem StN-Interview mit den Republikanern verglichen. Der Auftritt des AfD-Vorsitzenden Bernd Lucke auf dem Stuttgarter Schillerplatz hat indes am Dienstag Gegendemonstranten auf den Plan gerufen.

Stuttgart - Laute Proteste haben den Wahlkampfauftritt des Parteichefs der Alternative für Deutschland (AfD)  Bernd Lucke am Dienstagnachmittag auf dem Stuttgarter Schillerplatz begleitet, zu dem rund 100 Zuhörer erschienen waren. Rund 40 Demonstranten veranstalteten ein Trillerpfeifenkonzert; laute Buhrufe waren zu hören. Auf einem Transparent stand zu lesen: „Jawohl, mein Führer“.

In einem Flugblatt mit der Überschrift „Kein Platz für rechte Hetze! Spuck Lucke in die Suppe“ hatte die „Antifaschistische Aktion“ dazu aufgerufen, „die Kundgebung der AfD zu verhindern“.

Platzverweise erteilt

Die Polizei erteilte drei Platzverweise, zwei Personen werden wegen des Verdachts auf Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte angezeigt.

Die AfD sieht sich indes in ein schiefes Licht gerückt. In einer Pressemitteilung wandte sich die Partei scharf gegen Äußerungen des neuen Co-Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Gökay Sofuoglu. In einem Interview mit unserer Zeitung hatte dieser die AfD mit den Republikanern verglichen. Wörtlich sagte Sofuoglu: „Wir müssen uns auf eine zweite Phase der Republikaner einstellen. Die AfD spricht dieselbe Wählerschaft an. In vielen Ländern Europas erleben wir zurzeit diesen Rechtsruck; das wird überall zu wachsenden Problemen für Migranten führen.“

Der Sprecher des AfD-Kreisverbands Rems-Murr, Andreas Zimmer, wies diesen Vergleich am Dienstag „auf das Schärfste“ zurück. Die AfD distanziere sich eindeutig und ohne jede Einschränkung von den Republikanern. „Wir sind Bürger aus der Mitte der Gesellschaft und lehnen ausländerfeindliche und rassistische Positionen uneingeschränkt ab.“

Sprecher: AfD ist nicht ausländerfeindlich

Der Sprecher betonte, die AfD trete für ein offenes und ausländerfreundliches Deutschland ein und bejahe sowohl die Niederlassungsfreiheit als auch die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa. „Einige unserer Mitglieder sind mit Ausländern verheiratet“, fügte der Sprecher hinzu. Die Äußerungen Sofuoglus folgten leider dem weit verbreiteten Muster, die AfD als ausländerfeindliche Partei zu ­diffamieren.

Nach Auskunft des AfD-Sprechers sieht sich die eurokritische Partei im Europawahlkampf massiven Störungen durch sogenannte Antifa-Gruppen ausgesetzt. Erst vor wenigen Tagen sei das Wohnhaus eines Stuttgarter Parteimitglieds mit der Parole „Rassist der AfD“ beschmiert worden. Teils würden AfD-Mitglieder im Wahlkampf sogar tätlich angegriffen.

Der Sprecher beklagte zudem massive Zerstörungen: „Nacht für Nacht werden viele unserer Plakate zerstört oder gestohlen.“ In Baden-Württemberg summiere sich die Zahl bereits auf mehr als 1000 Plakate. Der jüngste Vorfall ereignete sich demnach in Backnang: „Dort wurden in der vergangenen Nacht sämtliche Plakate gestohlen – und das bereits zum zweiten Mal.“ AfD-Sprecher Zimmer sieht „linke Chaoten“ am Werk.

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