Ein unermüdlicher Aufklärer in Sachen Tourette-Syndrom: der Stuttgarter Jean-Marc Lorber Foto: Lichtgut

Zum europäischen Tourette-Tag an diesem Samstag reist der Stuttgarter Tourette-Betroffene und Musiker Jean-Marc Lorber nach Soltau.

Der europäische Tourette-Tag, der in diesem Jahr am 7. Juni in Soltau stattfindet, ist auch für den Stuttgarter Jean-Marc Lorber eine gute Gelegenheit, auf seine Anliegern aufmerksam zu machen. Denn er ist einer, der unermüdlich unterwegs ist, um über diese Krankheit zu informieren – in Vorträgen und Seminaren, aber auch musikalisch und in kleineren Bühnen-Nummern.

 

Infos und Unterhaltung

„Wir sind da in einem Informationszentrum, bieten viel Infomaterial an, stehen aber auch für Beratungen zur Verfügung“, erzählt Lorber. Er weiß, wie wichtig Informationen für solche Veranstaltungen sind – auch die Unterhaltung darf nicht zu kurz kommen. So wird er selbst zur Einstimmung auf den europäischen Tourette-Tag bereits am Vorabend auftreten als Spellfire Jamal singen und mit kleineren Einlagen auf unterhaltsame Weise Einblicke geben in das Leben mit Tourette-Syndrom. Wiederbeleben wird er auch die Zeichentrickfigur des Sauriers Ticco, dem einige neue Tanzschritte beigebracht werden sollen.

Betroffene sind teils jenseits ihrer Kontrollmöglichkeiten

In Soltau, gelegen zwischen Hannover und Hamburg, wird Lorber auf Gabi Richter treffen, eine Gleichgesinnte in Sachen Aufklärung über das Tourette-Syndrom. Ihr hatte eine Tante eine Immobilie im Millionenwert vererbt, die ihr jedoch seit Jahren streitig gemacht wird. Ihre Gegner machen geltend, dass sie an der Nervenkrankheit Tourette-Syndrom leidet. Eine Auswirkung der Krankheit ist, dass Betroffene jenseits ihrer Kontrollmöglichkeiten Laute, gar Schimpf- oder Fluchworte von sich geben, grimassieren oder plötzlich seltsame Bewegungen machen.

Jean Marc Lorber, hier ein Foto aus dem Jahr 2019, ist auch als Musiker aktiv. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Seit vielen Jahren geht dieser Fall aus Soltau durch die Institutionen, bisher aber noch nicht mit einem guten Ausgang für Gabi Richter. Immerhin ist sie inzwischen zu einer guten Botschafterin in Sachen Tourette-System geworden und vertritt ihre Anliegen öffentlich, etwa im Magazin „Stern“ oder im Fernsehen bei RTL. Deshalb findet der deutsche Beitrag zum 7. Juni, dem europäischen Tourette-Tag an diesem Samstag in Soltau statt.

Lorber ist ein Fan von „Fury in the slaughterhouse“

Auf die Zusammenarbeit mit Richter freut sich Lorber schon: „Wir haben uns beim Kirchentag in Hannover kennengelernt.“ Damals hätten sie festgestellt, „dass wir auch schon bei Messen in Stuttgart aktiv waren, etwa bei der Didacta“, erzählt Lorber. Damals seien sie für verschiedene Einrichtungen im Einsatz gewesen.

A propos Messe in Stuttgart: Vor einigen Jahren ist dort die Hannoveraner Band Fury In The Slaughterhouse“ aufgetreten, Lorber war dabei als großer Fan. Dort ist es ihm gelungen, mit dem Olivenbaum-Projekt auf sich aufmerksam zu machen, an dem er seit einigen Jahren mitarbeitet und in dem es darum geht, uralte Olivenbäume als einzigartiges Kulturgut in Griechenland zu retten. Das passt gut in die Aktion „Hoffnung verändert alles“ der Furys, die dafür den Song „Everyday hero“ geschrieben haben, in dem dieses Projekt und einige andere benannt werden. „Das wäre doch was, wenn wir mit Fury in the Slaughterhouse in Stuttgart auftreten könnten“, sagt Lorber.

Ein Auftritt mit den Furys würde seine guten Erfahrungen mit der hiesigen Schlagersängerin Andrea Berg vermutlich noch übertreffen. Berg hatte vor einigen Jahren Lorber und seine Band mit einem Nachwuchs-Wettbewerb unterstützt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich bei so vielen von ihren Songs so gut mitwippen würde“, erinnert sich Lorber. Aber die Fury-Liebe in ihm ist halt doch stärker.