Der Europa-Park in Rust hat sich einiges vorgenommen. Foto: Europa-Park

Der Europa-Park in Rust will französischen Besuchern eine ganz neue Möglichkeit bieten, über den Rhein zu gelangen. Jetzt sind Details zu den Plänen bekannt geworden.

Rust - Frankreich und Deutschland sollen am Oberrhein mit einer Seilbahn verbunden werden. Das plant der Freizeitpark Europa-Park in Rust (Ortenaukreis), der 1975 von der Unternehmerfamilie Mack gegründet und an die Spitze der Vergnügungsparks in Europa geführt wurde. Wo genau die Seilbahn auf französischer Seite enden beziehungsweise beginnen könnte, ist noch unklar. Im Gespräch sind die Gemeinden Rhinau und Diebolsheim, beide etwa sechs Kilometer von Rust entfernt. Dazwischen liegen nicht nur der Rhein und der Rheinseitenkanal, sondern auch geschützte Naturräume, auf deutscher Seite der Taubergießen, ein von Wasserarmen durchzogener Auenwald.

„Es ist eine große Hürde zu überwinden“, betonte der Ortenauer Landrat Frank Scherer auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Dienstagabend in Rust, an der außer der kompletten Eigentümerfamilie des Parks auch die französische Botschafterin in Deutschland, die Vizepräsidenten der Region Grand Est und des Departements Bas-Rhin sowie Bürgermeister von links und rechts des Rheins teilnahmen. Nach einem Treffen der Unternehmerfamilie Mack mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron am Sonntagabend in Straßburg war Eile geboten, weil Einzelheiten des Brückenschlags per Seilbahn durchgesickert waren. „Wir sind ganz am Anfang, es ist eine Vision, die Anbindung der nahen Region Elsass durch ein Seilbahnprojekt über den Rhein zu verbessern“, jetzt müsse sorgfältig geprüft werden, ob das auch möglich ist, erklärte Michael Mack, der Geschäftsführer und Sohn des Parkgründers Roland Mack.

Mit der Seilbahn Verkehrsprobleme lösen

Die Verbindung des Elsaß’ mit dem Europa-Park ist das Projekt der Nachfolgegeneration der Parkgründer Roland und Jürgen Mack. „Irgendwann“, sagte der immer deutlicher in die Führungsrolle hineinwachsende 39-jährige Michael Mack, sei man in der Diskussion, wie der Park die Verkehrsprobleme der meist per Auto anreisenden Gäste lindern könnte, auf die Idee mit der Seilbahn aufgekommen. Von wem genau, ist nicht zu erfahren, aber die Leidenschaft, mit der sich Michael Mack in das Projekt gestürzt hat, lässt kaum Fragen offen. Michael Mack ist seit einiger Zeit als französischer Honorarkonsul auserkoren, die Ernennungsurkunde wurde am Dienstag nach der Pressekonferenz überreicht.

Warum also eine Seilbahn? „Als grenzüberschreitendes Symbol“ der deutsch-französischen Freundschaft, als Bekenntnis zu Europa – so sehen es die Macks. Dass sie damit auch „die Franzosen dort abholen, wo sie sind“, kommt als kommerzieller Segen dazu. Denn der Rhein ist immer noch nicht nur die Staatsgrenze, sondern auch eine Barriere. So kommen zwar eine Million Europa-Park-Besucher jedes Jahr aus Frankreich, gemessen an den fünfeinhalb Millionen Gästen insgesamt ist das den Parkstrategen aber zu wenig. „Eine Fahrt per Seilbahn hoch in der Luft über eine tolle Naturlandschaft, das kann doch zu einer Attraktion werden“, sagt Roland Mack mit dem Blick in die Zukunft.

Expandiert der Park über den Rhein?

Es wird aber noch dauern, bis die Gondeln schweben können. Fünf Jahre wahrscheinlich, festlegen will sich keiner. „Für mich ist es ein Verkehrsprojekt“, sagt Frank Scherer, der Landrat des Ortenaukreises. Und lohnend allemal, „wenn man wenigstens einen Teil des Autoverkehrs von der Straße bekäme“. Über den Verlauf der Strecke werde mit den Umweltverbänden und den Behörden „eine Lösung gesucht“, erklärt Michael Mack. Die französischen Behörden sind durch das Wohlwollen des Präsidenten in positiver Bereitschaft, alles für den Seilbahn-Brückenschlag zu tun.

Es schaffe ja auch in Frankreich Arbeitsplätze, verspricht Roland Mack. „An der Ein- und Ausstiegsstelle im Elsaß werden wir Übernachtungsmöglichkeiten im Stil eines Center-Parks errichten.“ Fahrgeschäfte aber nicht, betont der als „Herr der Achterbahnen“ titulierte Unternehmer. Spekulationen, der Europa-Park würde über den Rhein expandieren, wischt er mit Verweis auf die gerade in Bau befindliche Wasserwelt Rulantica vom Tisch. Die Investitionen an der Seilbahnstation im Elsaß dienten dazu, den Zugang zum Park zu erleichtern. Der Ruster Bürgermeister Kai-Achim Klare freut sich über das „neue Entree“ im Westen, Herausforderungen werden man wie bisher gemeinsam meistern.

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