Am Donnerstagabend trifft der VfB Stuttgart im Europa-League-Achtelfinale auf den FC Porto. Die Gäste-Fans kommen aus den unterschiedlichsten Ländern nach Stuttgart.
Die Farbe Rot ist am Donnerstagmittag im Biergarten von Sonja Merz Tabu – außer den Mitarbeitern der Stuttgarter Wirtin rät die Polizei allen anderen von jener Farbe bei der Klamottenwahl ab. Denn Rot gehört zu den Vereinsfarben von Benfica Lissabon – und auf die Erinnerung an den Erzrivalen aus der portugiesischen Liga wollen die Fans des FC Porto bei der Einstimmung auf das Europa-League-Achtelfinale gegen den VfB Stuttgart lieber verzichten. So erklärt es auch ein portugiesischer Polizist, der einen deutschen Kollegen durch den Schlossgarten begleitet.
Im Laufe des Mittags füllt sich der Biergarten mehr und mehr mit den in blau-weißen Trikots gekleideten FC-Porto-Fans, die das sonnige, frühlingshafte Wetter genießen.
Hier versammeln sich die Anhänger des VfB-Gegners, aus ganz Europa sind sie nach Stuttgart gereist: Aus den Niederlanden, Luxemburg, der Schweiz – und natürlich aus Portugal. Alberto, Diogo, Rui und Ricardo etwa sind am Donnerstagmorgen mit dem Auto aus der Schweiz, wo die vier leben, zum Auswärtsspiel aufgebrochen. „Stuttgart is one of the top teams in Europe, I love Stuttgart“, sagt Alberto. „It’s a beautiful city“, meint Diogo.
Auch Porto-Fans aus Deutschland wollen sich das Achtelfinal-Hinspiel nicht entgehen lassen, wie eine Gruppe aus Hamburg im Biergarten zeigt. Und eine Familie direkt aus Stuttgart blickt heute besonders gespannt auf das Duell: Christiana mit ihrer zweijährigen Tochter Anna im Kinderwagen und ihren Eltern Julio und Clara fiebern heute mit beiden Mannschaften mit. Ursprünglich stammen sie aus Porto, seit 26 Jahren lebt die VfB/Porto-Familie in Stuttgart. „Eigentlich sind wir VfB-Fans. Unsere Herzen sind heute geteilt“, sagt Christiana. Egal wer am Ende gewinnt: „Wir sind froh.“